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Prüfbericht : Mensa-Bau in Wedel: „Keine Verschwendung“

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Prüfbericht zu Kostensteigerung bei JRG-Erweiterung liegt vor: Hauptursache ist die falsche Kalkulation. Künftig sind Projektleiter geplant.

shz.de von
erstellt am 26.Jan.2016 | 10:00 Uhr

Wedel | 7,05 statt 5,55 Millionen Euro: Satte 27 Prozent Kostensteigerung musste Wedel beim Bau der Mehrzweck-Mensa am Johann-Rist-Gymnasium (JRG) verschmerzen. Sehr zum oft und lautstark bekundeten Missfallen der Politik. Dazu Verzögerungen von rund einem Jahr. Gründe genug für Bürgermeister Niels Schmidt (parteilos), das städtische Rechnungsprüfungamt (RPA) mit einer Untersuchung des Projekts und der Arbeit der Verantwortlichen zu beauftragen. Jetzt liegt das Ergebnis vor. Wichtigster Satz aus Sicht des Steuerzahlers: „Eine Verschwendung öffentlicher Gelder war nicht festzustellen.“ Es seien keine Haushaltsmittel für nicht benötigte Ausstattungen ausgegeben worden. Schmidt: „Man hätte schlicht für den genannten Preis nicht bauen können.“

Was die Prüfer dagegen sehr wohl festgestellt haben, sind Unzulänglichkeiten bei der Kostenkalkulation von 2011. In ihr sieht das RPA den maßgeblichen Grund für die erhebliche Differenz zwischen der veranschlagten und der letztlich gezahlten Summe. Demnach seien „verschiedene Gewerke, insbesondere der Rohbau und die Technische Gebäudeausrüstung (hier besonders die elektrischen Anlagen) im Hinblick auf die Anbindung an den Bestand und die Anforderungen für den Betrieb nicht in der erforderlichen Detailtiefe durchgeplant worden“.

Eine Auflistung wesentlicher Kostenabweichungen zeigt teils dramatische Abweichungen. Spitzenreiter sind Elektroinstallationen für Starkstromanlagen mit kalkulierten 167.000 Euro und gezahlten 455.000 Euro, macht 272,5 Prozent Abweichung und die Installationen der Schwachstromanlagen mit 19.000 Euro in der Kalkulation und 167.000 Euro auf der Rechnung.

Abbruch 1392 Prozent teurer als geplant

Für Abbruchkosten beim Bunker und dem Bestandsgebäude lag die Berechnung bei 12.000 Euro. Tatsächlich zahlt Wedel 167.000 Euro. Einspricht rund 1392 Prozent Abweichung. Dreistellig in der Kostenabweichung sind weiter Küchentechnik (139 Prozent), Lüftung (140 Prozent), mobile Trennwände (198 Prozent) und Malerarbeiten (217 Prozent). Tische und Stühle waren gleich gar nicht berechnet. Mit 45.000 Euro fällt dieser Posten indes noch vergleichsweise gering aus. Bislang häufig genannte Gründe für eine Kostensteigerung wie etwa die Insolvenz einer der beauftragten Baufirmen hätten zwar tatsächlich auch zu den Mehrkosten beigetragen, jedoch nicht maßgeblich, so die Einschätzung des RPA.

Laut Schmidt liegt die Ursache für die Fehlkalkulation größtenteils auf Architekten und Planer-Seite, jedoch auch an einer Überforderung an zuständiger Stelle innerhalb der Verwaltung mangels Personal. Laut Rechnungsprüfungsamt fehlte es an einer kompetenten Leitungsstelle, „die mit Blick auf das Ganze die einzelnen Akteure hätte wirkungsvoll steuern können.“ Dies könne sowohl eine externe Projektsteuerung wie auch eine personelle Verstärkung des Fachdiensts Gebäudemanagement leisten.

Ein finanzieller Schaden sei der Stadt durch den Mensa-Bau nicht entstanden, so Schmidt. Die Politik hätte jedoch die Information haben müssen, dass das Projekt teurer ist. „Es ist schade, dass dieses tolle Schulbauvorhaben so in die Schlagzeilen geraten ist“, so der Bürgermeister. „In Abstimmung mit den politischen Gremien werde ich dafür Sorge tragen, dass sich das nicht wiederholt.“

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