Mit Video : Mehr Sicherheit bei Einsatzfahrten in Wedel

Mit einer Einsatzsimulation haben gestern Stadt und Feuerwehr Wedel das neue Ampelsteuerungssystem vorgestellt.
Foto:
Mit einer Einsatzsimulation haben gestern Stadt und Feuerwehr Wedel das neue Ampelsteuerungssystem vorgestellt.

Feuerwehr kann mit Hilfe eines GPS-Signals die Ampeln an zwei Kreuzungen auf „Grün“ schalten um eine Behinderung zu verhindern.

shz.de von
19. Januar 2018, 17:00 Uhr

Wedel | Rund 20.000 Fahrzeuge rollen in einzelnen Abschnitten täglich über die Bundesstraße B 431. Ein Verkehrsaufkommen, das vor allem zu Stoßzeiten im Notfall Einsatzfahrten behindert. Vor diesem Hintergrund testen Stadt und Wedels Feuerwehr das Ampelsteuerungssysem Sitraffic Stream von Siemens – als erste Kommune im Land und eine von fünf Städten deutschlandweit. Mit Erfolg.

Vier Fahrzeuge sorgen per GPS-Sender für eine „Grüne Welle“ in den Kreuzungsbereichen Rathausplatz und Rudolf-Breitscheid-Straße / Autal – jenem Knoten, der schon häufig als Schwerpunkt in Wedels Unfallstatistik auftauchte. 12.000 Euro hat die Stadt in die Aufrüstung investiert. „Ein überschaubarer Betrag, um mehr Sicherheit auf die Straße zu kriegen“, sagte Stadtsprecher Sven Kamin gestern bei der Vorstellung in der Feuerwache. Wedel hat denn auch bereits den nächsten Knoten im Visier: Kommende Woche wird die Kreuzung Tinsdaler Weg / Galgenberg mit der Ampelsteuerung ausgestattet.

Vorteil von Sitraffic Stream ist laut Siemens die Beeinflussung des Gesamtsystems über einen virtuellen Verkehrsrechner: 15 bis 20 Sekunden vor der Einfahrt in die Kreuzung erhält das Einsatzfahrzeug Grün. Gleichzeitig werden alle anderen Verkehrsadern inklusive Rad- und Fußgängerfurten auf Rot gesetzt. Sobald das Fahrzeug die Ampel passiert hat, schaltet sie wieder auf Regelbetrieb. So sollen Verkehrsbehinderungen minimiert werden. Der GPS-Sender wird über das Blaulicht aktiviert. Bei normaler Fahrt gibt es auch durch die ausgerüsteten Autos keine „Grüne Welle“.

„Natürlich haben wir das Recht, im Einsatzfall auch rote Ampeln zu überfahren. Allerdings ist man dabei sehr auf die Aufmerksamkeit und die Rücksicht der anderen Verkehrsteilnehmer angewiesen“, so Feuerwehr-Pressesprecher Dennis Renk. Wenn die anderen Autofahrer durch eine für sie auf Rot geschaltete Ampel aus dem Weg gehalten würden, sei das ein großer Vorteil. „Das bringt Schnelligkeit, vor allem aber mehr Sicherheit für uns und die anderen Verkehrsteilnehmer“, sagte Renk aus Erfahrung und nach Rückmeldung von 16 Einsätzen, die bislang mit der Steuerung gefahren wurden.

„Einsatzfahrten mit Martinshorn und Blaulicht sind zudem sowohl für die Feuerwehrleute als auch für die anderen Verkehrsteilnehmer Extremsituationen, in denen alle besonnen reagieren müssen“, erklärte Rebecca Thoß, Fachdienst Ordnung der Stadt Wedel. „Wenn durch das neue System die Geschwindigkeit der Einsatzkräfte erhöht werden kann und gleichzeitig der normale Verkehr so minimal wie möglich beeinträchtigt wird, ist das für uns zusätzlich auch als Verkehrsaufsichtsbehörde interessant.“

Angesichts der bislang positiven Erfahrungen und der noch geringen Verbreitung des Systems sagte Wedels stellvertretender Wehrführer Uwe Brandt: „Das Einvernehmen der Stadt vorausgesetzt, sind wir als Feuerwehr gern bereit, als Referenzprojekt zur Verfügung zu stehen.“

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen