Kulturförderung mit schwerem Gerät : Mehr Sicherheit an der Batavia in Wedel

Theaterschiff-Käpt’n Hannes Grabau (l.) gestern am Batavia-Anleger, wo ein Team des Pinneberger Bauunternehmens Groth die Streichpfähle setzte.
Theaterschiff-Käpt’n Hannes Grabau (l.) gestern am Batavia-Anleger, wo ein Team des Pinneberger Bauunternehmens Groth die Streichpfähle setzte.

Neue Streichpfähle sorgen für Sicherheit am Theaterschiff-Anleger.

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16. November 2017, 10:00 Uhr

Wedel | Das gern genutzte Bild des sicheren Hafens: An Wedels Stockbrücke war es mächtig ins Wanken geraten. Stürme und der Zahn der Zeit hatten den Jahrzehnte alten hölzernen Streichpfählen am Anleger der Batavia mächtig zugesetzt. So sehr, dass Theaterschiff-Käpt’n Hannes Grabau die Alarmglocken schlug: Ersatz musste her.

Die Stadt, die Grabaus erste Adresse für sein Hilfegesuch war, hätte für die Sanierungskosten 16.000 Euro veranschlagt. Kosten, die hätten eingeworben, in den Gremien diskutiert und gegebenenfalls in den Haushalt für 2018 eingestellt werden müssen. Eine viel zu lange Zeit, so Grabau.

Die mehr als 40 Jahre alten hölzernen Vorgänger waren sichtlich marode.
Oliver Gabriel
Die mehr als 40 Jahre alten hölzernen Vorgänger waren sichtlich marode.
 

„Wir wollten nicht das Risiko eingehen, mit Mann und Maus umzukippen.“ Denn die Streichpfähle, so der Kultur-Kapitän, der 1974 an dem Au-Anleger nahe der Schulauer Straße festgemacht hat, sorgen nicht nur dafür, dass das Schiff nicht gegen die Kaimauer gedrückt wird. Bei Hochwasser mit ungünstiger Windrichtung sollen sie außerdem ein Aufsetzen verhindern. Und Stürme musste die Batavia in jüngster Zeit häufig überstehen.

Gut, wenn man dann die richtigen Stammgäste hat: Bei Claus-Christian Ehrhardt, Chef des Pinneberger Bauunternehmens Groth und Co, war Grabau an der richtigen Adresse. „Er hat gesagt, er könne vielleicht helfen“, so Grabau. Gesagt, getan. Anruf, Terminabstimmung und gestern dann sechs Männer, die mit Kran und Ramme das Bild des sicheren Hafens wieder zurechtrückten. Mit zwei acht Meter langen stählernen Doppel-T-Trägern, die sie 3,5 Meter tief in den Schlick zwischen Schiff und Kaimauer rammten – als Freundschaftsdienst und Kulturförderung mit schwerem Gerät.

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