zur Navigation springen
Wedel-Schulauer Tageblatt

23. Oktober 2017 | 03:34 Uhr

Mehr Ökostrom für Stadtwerke

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Energie Wedeler Versorger erweitert Anteile an Trianel / Ausstieg aus kommunaler Einkaufsgesellschaft beschlossen

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2016 | 16:00 Uhr

Die Stadtwerke Wedel (STW) weiten ihre Produktion von Ökostrom aus. Der Versorger will seine Anteile an der Trianel Erneuerbare Energien GmbH & Co. KG (TEE) mit Sitz in Aachen erweitern. Die TEE ist eine Beteiligung der Trianel GmbH, in der sich zahlreiche Stadtwerke aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden zusammengetan haben, um Energie zu produzieren. Aus dem Kreis Pinneberg sind die Stadtwerke Wedel und Elmshorn mit von der Partie.

„Wir erweitern damit unser Portfolio an Ökostrom, der zunehmend nachgefragt wird“, sagte Adam Krüppel, Geschäftsführer der STW, auf Anfrage. Ökostromtarife werden immer wichtiger für die Versorger. Doch die Aufstockung hat aus Sicht der STW noch einen weiteren Vorteil. „Das Ganze ist eine lukrative Beteiligung. Die Rendite stimmt“, sagte Krüppel. Wie groß der Anteil genau sein wird, steht nach Krüppels Angaben noch nicht fest. Die Investition müsse zuvor vom schleswig-holsteinischen Innenministerium genehmigt werden.

Aus einem anderen Unternehmen werden sich die STW dagegen zurückziehen. Der Haupt- und Finanzausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, die Beteiligung an der Energie-, Einkaufs- und Service GmbH (EEG) zum 31. Dezember 2017 zu kündigen. Aufgabe der EEG ist es, den Einkauf von Gas und Elektrizität in größeren Mengen zu organisieren. Auch in dieser Gesellschaft haben sich Stadtwerke zusammengeschlossen, darunter zahlreiche aus dem Kreis Pinneberg. In der jüngst beschlossenen Verwaltungsvorlage heißt es: „Die ursprünglich verfolgte trategie, über die Einkaufsgemeinschaft kostengünstig Energie beziehen zu können, kann nicht mehr verwirklicht werden, da heute durch die Bündelung von Mengen am Beschaffungsmarkt keine Preisvorteile mehr erzielt werden können.“ Zudem sei über Alternativen wie die Trianel GmbH und deren Zugang zum Beschaffungsmarkt eine zusätzliche Beteiligung an der EEG obsolet.Es sei zweifelhaft, ob mit einer Beteiligung an der Gesellschaft ein wirtschaftlicher Erfolg für die STW generiert werden könne.

Von der EEG sei zuletzt 2012 eine Gewinnausschüttung von etwa 1700 Euro erfolgt. „Die EEG stelle daher keine renditeträchtige Kapitalanlage dar, heißt es in der Vorlage. Der Anteil der STW läge bei zwei Prozent. Der Einfluss der Stadtwerke sei daher gering. Aus Sicht der Stadtverwaltung gibt es keine Gründe, die gegen einen Austritt sprechen. Für ihre Anteile werden die STW etwa 100  000 Euro bekommen. Die Vorlage wurde einstimmig beschlossen.

Die Fokussierung auf die Trianel ist Teil einer seit längerem verfolgten Strategie. Im Juli gaben die STW bekannt, über Trianel zwei Millionen Euro in einen Windpark in Meisenheim (Rheinland-Pfalz) investiert zu haben. „In den kommenden Jahren werden wir unser Portfolio weiter ausbauen“, hatte Krüppel damals gesagt.

Im Oktober informierte er dann über das nächste Großprojekt. Ebenfalls über Trianel beteiligten sich die Wedeler an einem 33-Megawatt-Windpark in Königs Wusterhausen (Brandenburg). Der Park ist einer von vieren, an denen die STW beteiligt sind. Weitere drei sind in Hessen und Bayern im Bau. „In Schleswig-Holstein gibt es keine verfügbaren Flächen“, begründete Stadtwerke-Sprecherin Natali Steffen die Entscheidung, in anderen Bundesländern zu investieren.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen