Rudolf-Breitscheid-Straße in Wedel : Mehr Mietwohnraum mittendrin

Das insgesamt fünf Mehrfamilienhäuser umfassende Ensemble in der Rudolf-Breitscheid-Straße  kurz vor der B431-Einmündung soll aufgestockt werden. Auch ein Neubau der zwei an der Straße gelegenen Riegel kommt in Betracht.
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Das insgesamt fünf Mehrfamilienhäuser umfassende Ensemble in der Rudolf-Breitscheid-Straße kurz vor der B431-Einmündung soll aufgestockt werden. Auch ein Neubau der zwei an der Straße gelegenen Riegel kommt in Betracht.

36 zusätzliche Appartements sollen im Mehrfamilienhaus-Ensemble an der Rudolf-Breitscheid-Straße entstehen. SPD kritisiert Entwürfe.

shz.de von
14. Juli 2015, 10:00 Uhr

Wedel | Durch Aufstockung soll mehr Mietwohnraum in Wedels Innenstadt entstehen: Im Planungsausschuss hat Sebastian Stegemann von WRS Architekten und Planer Konzepte für eine Erweiterung des Mehrfamilienhaus-Ensembles in der Rudolf-Breitscheid-Straße 2 bis 8 vorgestellt. Das Ziel: 36 zusätzliche Wohnungen, verteilt auf alle fünf Hausriegel des Komplexes aus dem Jahr 1958, der bislang 102 Mietparteien Platz bietet.

Dazu braucht es eine B-Plan-Änderung. Eben die sollte die Politik mit einem Entwurfsbeschluss auf den Weg bringen. Hat sie auch, per Mehrheitsentscheidung. Allerdings nicht ohne Bedenken und Kritik.

Dabei waren einmal nicht die Baumassen Stein des Anstoßes. Von aktuell 13,5 Metern sollen vier der Häuser auf 16,5 Meter anwachsen. Ausgenommen von der Erhöhung ist der Riegel im Norden. Voraussetzung ist eine Änderung der festgesetzten Geschossigkeit von drei auf vier Vollgeschosse, was den Bau eines zusätzlichen Staffelgeschosses ermöglicht. Wie Stegemann erläuterte, soll vor allem die jetzigen Spitzdächer ausgenutzt werde, um neuen Wohnraum zu schaffen – dann mit Flachdach-Lösung. Auch eine mögliche Erweiterung der Tiefgarage ist Teil des Bauvorhabens.

Eben die Tiefgaragen-Lösung war es, die der WSI Bauchschmerzen bereitete. Fraktionschef Joachim Funck waren die Aussagen zur Erweiterung zu schwammig. Seine Fraktion werde zustimmen, wenn tatsächlich klar sei, dass zusätzliche Plätze kommen. Zumal laut dem Vorhabenträger Parkplätze über der Erde nicht infrage kämen, so Funck. Die Parkraumprobleme in der Gegend seien schließlich bekannt.

Parkgaragenpläne bemängelt

Aktuell stehen 68 Stellflächen in der Garage zur Verfügung. Laut Stehgemann sind 24 weitere möglich. Die WSI sieht jedoch mindestens einen Parkplatz pro Wohnung als Voraussetzung für ihr Ja, so Funck.

Auch die Grünen wünschten sich genauerer Aussagen über konkret geplante neue Park-Kapazitäten unter der Erde. Grünen-Fraktionschef Olaf Wuttke bemängelte zudem, das lediglich 50 Zentimeter Substrat auf dem Garagendach geplant seien. „Ein Alibi“, so Wuttke. Für eine vernünftige Vegetation sei mindestens ein Meter Erde nötig. Dies werde seine Partei auch im Laufe des Verfahrens beantragen, so Wuttke.

Deutlich gründlichere Probleme mit den Plänen hatte die SPD. Er sehe „erheblichen Erklärungsbedarf“, sagte Sozialdemokrat Rüdiger Fölske. Er monierte, dass der Investor trotz Aufforderung nichts zur Sozialverträglichkeit der Mieten nach dem Umbau und zur 30-ProzentSozialwohnungsbau-Klausel gesagt habe, die laut Ratsbeschluss bei B-Plan-Änderungen gilt. Zudem sei „durch die Hintertür“ ein komplett neues Projekt vorgelegt worden. Statt bloßer Aufstockung stehe nun die Option eines Neubaus der beiden Häuser an der Breitscheid-Straße im Raum. Das entspreche nkapp 80 neuen Wohnungen „Das können wir so nicht durchgehen lassen“, so Fölske.

Tatsächlich findet sich unter Entwicklungszielen im B-Plan der Hinweis, dass die Gebäude entlang der Breitscheid-Straße auf Grund ihrer Grundrisse und der Laubengang-Erschließung nicht mehr der Nachfrage am Markt entsprächen. Beide sollten daher ersetzt werden, heißt es in dem Papier. Stegemann bestätigte, dass dies zumindest eine Option sei.

Die CDU dagegen begrüßte die Aussicht auf Schaffung von „neuem Wohnraum in sehr zentraler Lage“. Sie stimmte ebenso wie die Grünen, die FDP und die Linke für die Pläne. Von der SPD kam dagegen ein Nein, die WSI enthielt sich.

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