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Wedel-Schulauer Tageblatt

22. Oktober 2017 | 23:11 Uhr

Hafen Wedel : Mehr Kosten, weniger Chic

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Kalkulation für den Beckenumbau muss erneut nach oben korrigiert werden. Die Verwaltung rechnet jetzt mit einem Volumen von 20,6 Millionen Euro. Zudem wird die Planung der Ostpromenade kräftig abgespeckt.

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2014 | 16:00 Uhr

Wedel | Die Wedeler haben sich mittlerweile fast daran gewöhnt. Wenn vom Stand in Sachen Hafenumbau die Rede ist, kommt beim Punkt Kosten nahezu regelmäßig die Nachricht: Es wird teurer. Zuletzt so geschehen im Planungsausschuss. War jüngst noch von einer Kostensteigerung beim Beckenumbau von 16,6 auf 19,2 Millionen Euro die Rede, so sind aktuell 19,8 Millionen Euro veranschlagt. Grund seien weitere Nachforderungen der Baufirmen, so Bauamtschef Klaus Lieberknecht.

Die Verwaltung hat die erneute Verteuerung zum Anlass genommen, noch einmal die Kalkulation aktualisieren zu lassen. Ergebnis: Bis zum absehbaren Ende des Umbaus mit Verbreiterung und Verkürzung des Becken sowie dem Bau eines Hafenkopfplatzes und einer Quermole kostet das Herzstück der Sanierungsmaßnahme voraussichtlich 20,6 Millionen Euro. Förderung aus EU- und Städtebau-Töpfen: mindestens 62 Prozent, für Teilsummen auch 66 Prozent. Bedeutet: Wedel selbst zahlt maximal 7,83 Millionen Euro aus der Stadtkasse – respektive über Kredite.

Mit dem Hafenbeckenumbau ist indes die eigentliche Sanierungsmaßnahme nicht abgeschlossen. Was dann folgt, ist der zweite große Brocken in diesem Paket – die Neugestaltung des östlichen Ufers. Lediglich auf fünf Meter Breite wird der Hafenrand fertig gestellt, aktuell zu sehen an den hellen Abdeckungen der Spundwände. Dahinter wird mittelfristig erneut gebaut – an der Ostpromenade. Allerdings mit deutlich veränderten Planungen als ursprünglich vorgelegt.

Kasematten mit Glasfronten, in denen Kioske, Gastro-Anbieter oder Ticket-Verkauf unterkommen, dazu eine komplett geöffnete Hafenflanke durch Verlegung der Flutschutzmauer auf die Westufer-Seite: So sah bislang die Vision vom neuen Hafen an der Ostkante aus. Davon ist nicht viel übrig geblieben. 4,6 Millionen Euro sind für diesen Bauabschnitt laut Lieberknecht veranschlagt. Nach aktueller Architekten-Kalkulation ist das bei weitem nicht genug, um die vorgesehenen Kasematten mit dem erforderlichen Flutschutz zu versehen und die Hochwasserschutzanlagen zu versetzen. Konsequenz: Die Stadt lässt neu Planen – ohne Kasematten und lediglich mit der Option, die Flutmauern an der Ostseite so durchlässig wie möglich zu gestalten, um die Idee der Öffnung des Hafens Richtung Stadt weitgehend zu wahren. Wenn möglich soll das Hafenmeisterhäuschen erhalten bleiben.

Der Fahrplan für diesen Bauabschnitt: Die Planungsleistung wird jetzt ausgeschrieben, so Lieberknecht. Ab 2016, wenn der Betrieb im Hafen selbst wieder beginnen soll, werde dann voraussichtlich wieder gebaut. Auch für diesen Abschnitt gibt es Fördermittel. Zweidrittel der Investitionssumme kommen aus Städtebau-Töpfen.

Lieberknecht betonte, dass trotzt erneuter Steigerungen das Gesamtbudget für die Hafensanierung noch nicht überschritten sei. Elf Millionen Euro Eigenmittel hat Wedel dafür im Haushalt. Grünen–Fraktionschef Olaf Wuttke nahm die jüngsten Entwicklungen zum Anlass, die Stadt nun um eine Aufstellung der verbliebenen Baumaßnahmen inklusive Kosten zu bitten. Antwort folgt.

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