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Wedel-Schulauer Tageblatt

22. Oktober 2017 | 16:00 Uhr

Mehr als nur eine Bücherhalle

vom

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erstellt am 31.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Wedel | Mehr als 114 000 Besucher, knapp 375 000 Ausleihen: Diese Zahlen hat jetzt Wedels Stadtbücherei in ihrem Jahresbericht veröffentlicht. 2012 kamen demnach im Schnitt 65 Besucher pro Öffnungsstunde und 365 Besucher pro Tag.

Allerdings: Die Zahlen sind rückläufig. Im Vorjahr kamen noch 118 000 Besucher und liehen 377 000 mal etwas aus. Büchereileiterin Andrea Koehn (Foto) und ihr Team bewerten diese Zahlen positiv angesichts der wachsenden Konkurrenz zu anderen Medienanbietern. "Unter sonst gleich bleibenden Voraussetzungen ist unser Ziel, wenn schon kein Wachstum zu erreichen sein wird, die Beibehaltung des Status Quo", so Koehn.

Im Jahresbericht legt Koehn nicht nur Rechenschaft ab, sondern kämpft auch für ihre Einrichtung. Sie warnt vor den geplanten Kürzungen im Medienetat. Die würden "weitreichende und nachhaltig negative Folgen nach sich ziehen". Wie berichtet, plant die Stadt im Zuge der Haushaltskonsolidierung, die Zuschüsse für die Stadtbücherei um 83 000 Euro pro Jahr zu kürzen. Der Plan sieht vor, dass im kommenden Jahr 10 000 Euro weniger für Medien ausgegeben werden, was rund zehn Prozent entspricht.

Derzeit verfügt die Bücherei über rund 74 000 Medien. Rechnerisch stehen jedem Wedeler damit 2,2 Medien zur Verfügung. Zusätzlich können Leseratten aus 13 500 eMedien aus dem gesamten Schleswig-Holsteinischen Verbund für die "Onleihe zwischen den Meeren" wählen.

Das Angebot attraktiv halten für fast 5000 aktive Kunden: Das ist Koehns Anspruch. Sie wirbt mit frühkindlicher Leseförderung. 1290 Kinder bis zwölf Jahre nutzen die Bücherei. Das sind 32,5 Prozent dieser Altersgruppe. Bei den 14- bis 18-Jährigen sind es sogar 35 Prozent.


Zahlreiche Aktionen für Kinder und Jugendliche

Dass die Bücherei derart beliebt ist bei den Kindern und Jugendlichen hängt auch mit den zahlreichen Projekten und Aktionen zusammen, die Koehn und ihr Team 2012 organisierten. Bei der Schreibwerkstatt "Wedel hoch drei" wurden alle drei weiterführenden Schulen der Stadt vereint. Gemeinsam verfassten sie ein Buch über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Rolandstadt. Und auch das gab es: Ohrlotsen, Ferienleseclub sowie Kinder- und Jugendbuchwochen.

Und trotz Etatkürzungen will Koehn die Bücherei weiter entwickeln. Zwar sind nur acht Prozent der über 60-Jährigen sind Kunden der Stadtbücherei. "Dennoch werden wir unsere Angebote verstärkt auch auf diese Bedürfnisse der Generation plus ausrichten", kündigt die an.

Die Bücherei ist mehr als nur eine Bücherausleihe und Lesesaal. Sie ist kultureller Veranstaltungsort in der Rolandstadt. 2012 gab es eine Reihe von Aktionen, von denen die Kulturnacht zur 800-Jahre-Festwoche im Juni wohl den Höhepunkt bildet. Zum Auftakt hatten Bücherei, Musikschule und VHS ein Programm für rund 2000 Besucher auf die Beine gestellt. Star des Abends: Wladimir Kaminer. Auch Tine Wittlers Lesung bescherte der Bibliothek ein volles Haus. In wie fern die Stadtbücherei dieses umfangreiche Programm auch künftig bestreiten kann, hängt von den Sparbeschlüssen ab, die der neue Rat im Herbst dieses Jahres treffen will.

Eine Beratungsstunde für Interessierte der eMedien findet dienstags zwischen 16 und 17 Uhr statt. Leser bekommen dort eine Einführung in die Onleihe und erfahren, wie man die eMedien ausleihen kann.

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