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Nacht der 100.000 Kerzen : Mehr als 200 Besucher in Wedel

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Wedeler Friedensaktivistin organisierte zum fünften Mal das Fest der Lichter in der Rolandstadt.

shz.de von
erstellt am 11.Aug.2014 | 16:00 Uhr

Wedel | „Wir stehen heute hier, um der Opfer von Hiroshima und Nagasaki zu gedenken, der Opfer des Atombombeneinsatzes der USA“, begrüßte Irmgard Jasker die mehr als 200 Gäste des Lichterfests am Wedeler Mühlenteich. Im August 1945 setzten die US-Streitkräfte „Little Boy“ und „Fat Man“ im Kampf gegen Japan ein. Mehr als 90.000 Menschen starben direkt nach der Atombombenexplosion, 200.000 Menschen starben im gleichen Jahr an den Folgen der Explosion wie an Verbrennungen. Die 70-jährige Wedeler Friedensaktivistin organisierte zum fünften Mal das Fest der Lichter in der Rolandstadt.

„Nacht der 100.000 Kerzen“, heißt die bundesweite Aktion, bei der kleine Lotosblüten aus Papier geformt werden, in die ein Teelicht gestellt wird. Mit den brennenden Kerzen auf dem Mühlenteich knüpft man an eine asiatische Tradition an, bei der der Toten der Atombombenangriffe gedacht wird.

„Es gibt keinen Grund für Atomwaffen“, erklärte Christiane Küchenhof. Die Bürgermeisterin von Schenefeld ist Mitglied der Organisation „Mayors for Peace“ (Bürgermeister für den Frieden). „Es ist meine vornehmliche Aufgabe als Bürgermeisterin, das Leben der Bürger zu schützen“, so die SPD-Politikerin. Wer Kernwaffen besitze, werde mit diesen bedroht.

Doch auch Kernkraftwerke seien eine anhaltende Gefahr, mahnte Küchenhof. Denn wenn es zum Gau – größter anzunehmender Unfall – komme, würden auch keine Notfallpläne mehr greifen. „In Atomkraftwerken wird jeden Tag Müll produziert, für dessen Entsorgung es keine Lösung gibt“, so Küchenhof.

„Atom tötet schon ab dem ersten Spatenstich“, erklärte Marianne Kolter von der Anti-Atominitiative Kreis Pinneberg. Menschen in Uranminen würden ausgebeutet und niemand mache sich nach Schließung der Minen Gedanken über die Strahlung, die weiterhin austrete. „Atomtransporte sind bei uns ein tägliches Problem“, erklärte die Aktivistin. Allein im Hamburger Hafen sei im vergangenen Jahr 180 Mal radioaktives Material umgeschlagen worden. Eine tödliche Fracht vor der Haustür.

Der ehemalige Hamburger Pastor Sönke Wandschneider warnte davor, dass Deutschland „nuklearer Teilhaber“ sei: „Ich unterstelle keinem Politiker, dass er einen Atomkrieg will, aber für einige ist es sicher reizvoll bei Atomwaffen mitzumachen und mitzuentscheiden.“ Die heutigen Waffen seien 26 Mal so verheerend wie die Bomben auf Hiroshima.

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