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Wedel-Schulauer Tageblatt

22. August 2017 | 11:35 Uhr

Baumarkt : May wirbt wieder für Obi in Wedel

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Investor kauft das Possehl-Areal neben Lüchau für eine Baumarkt-Ansiedelung. Gewerbe ist für ihn kein Thema: „Dann bleibt das Grundstück liegen.“

Wedel | Neuer Vorstoß mit alten Plänen unter anderen Vorzeichen: Investor Michael May hat sein Baumarkt-Projekt aus seiner Schublade in Itzehoe gezogen und will spätestens im Herbst dieses Jahres wieder bei der Politik für Unterstützung werben. Unterstützung der Ansiedelung von Obi auf dem alten Possehl-Areal in der Rissener Straße 140. Auf 25 000 Quadratmetern direkt an der B431 – und direkt neben dem Bauzentrum Lüchau.

„Ich habe das Grundstück verbindlich gekauft“, so May am Tageblatt-Telefon. Was lediglich noch fehle, sei der Bescheid des Kreises über die Abnahme der erfolgten Sanierung. Was dagegen nach Mays Aussage keineswegs fehlt, ist das Interesse des europaweit agierenden Unternehmens am Standort Wedel. „Obi ruft permanent an, will unbedingt nach Wedel.“ Und nicht nur die. May spricht zudem von einer weiteren Baumarkt-Kette, die er für Wedel an der Hand habe. Die Rolandstadt sei umso attraktiver geworden, als mit der Praktiker/Bahr-Pleite etablierte Standorte in Hamburg aufgegeben wurden.

Zwölf Millionen Euro will May investieren für den Bau eines 8000-Quadratmeter-Markts inklusive Gartencenter. Ganz ähnlich klang das vor fünf Jahren, als der Unternehmer schon einmal mit seinen Obi-Plänen vorstellig wurde. Und am Ende die Politik nicht überzeugen konnte. Gründe waren die Furcht vor Kannibalisierung und vor einem Verkehrs-Infarkt auf der B 431.

Bedenken, die May nicht teilt. „Wir haben mit einem Verkehrsgutachten eindeutig nachgewiesen, dass es funktioniert.“ Was die Konkurrenzsituation zu Lüchau angeht, sieht May ebenfalls keine Probleme. „Wettbewerb macht kreativ, ergänzt und befruchtet sich“, so May. Edeka funktioniere auch neben Famila. Zudem mache Lüchau vor allem der Baustoffhandel aus und weniger der Baumarktbereich für den Endverbraucher.

Entscheidend für Mays Pläne bleibt indes die Politik. Denn aktuell sieht der B-Plan für das Grundstück Gewerbe vor. May jedoch sagt: „Mit dem BusinessPark hat Wedel genug Gewerbeflächen. Dies hier ist ein Handelsstandort.“ Das zeige auch die Situation mit den Märkten und den Tankstellen in der Nachbarschaft. Was aber, wenn er die Politik wieder nicht von seinem Vorhaben überzeugen kann? Gibt es ein Alternativ-Szenario für eine Gewerbe-Ansiedelung? May: „Nein. Dann bleibt das Grundstück liegen.“

Konkurrenz gleich nebenan als befruchtender Faktor: Jochen Lüchau, Geschäftsführer des Wedeler Bauzentrums, hat da eine andere Sicht der Dinge. „Das wird uns treffen“, sagt er. Weil das starke Standbein der Wedeler Niederlassung eben nicht der Baustoffhandel, sondern der Baumarkt sei. Rund Zweidrittel des Umsatzes macht Lüchau auf diesem Sektor und etwa 6,5 Millionen Euro insgesamt am Standort Wedel vor dem großen Umbau.

Mit dem hat Lüchau gerade den Baumarkt-Sektor noch einmal gestärkt, hat vier Millionen Euro investiert, ein Gartencenter aufgebaut, 15 neue Mitarbeiter eingestellt. Umsatzerwartung vor dem Hintergrund der Angebotserweiterung für den Endverbraucher: gut acht Millionen Euro. Ohne Obi. Mit dem neuen Nachbarn befürchtet Lüchau dagegen Umsatzverluste von bis zu 25 Prozent. „Und das müsste sicher auch personelle Auswirkungen haben.“

Auch Mays „Nebeneinander“-These widerspricht Lüchau: „Edeka neben Aldi, das funktioniert, aber eben nicht VW neben VW.“ Obi und Lüchau mit seinem aufgerüsteten 7000-Quadratmeter-Markt: „Das ist das Gleiche, wir haben das gleich Sortiment, die gleiche Tiefe“, sagt Lüchau.

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erstellt am 03.Mai.2014 | 14:00 Uhr

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