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Wedeler Marsch : Massive Schäden auf dem Deichverteidigungsweg

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Der Dükerbau-Verkehr setzt dem Asphalt mächtig zu. Die Deichsicherheit soll aber immer gewährleistet sein.

shz.de von
erstellt am 11.Apr.2014 | 12:15 Uhr

Wedel | Die Wedeler Marsch am Deichfuß: An jedem Gatter, jeder Deichüberführung, jeder Wegabzweigung zahlreiche Schilder. Schranken stehen in der Landschaft, die Schleusenüberfahrt ist überbrückt, zusätzliche Wege sind mit Kies aufgeschüttet. All dies sind stumme Zeugen des Dükerbau-Verkehrs durch das Landschaftsidyll.

Der selbst ist weniger stumm. Donnerstag gegen 12.30 Uhr: Vier schwere Lastwagen schieben sich den Deich entlang – im Konvoi, wie vorgeschrieben. Bis zu acht solcher Fahrten am Tag sind genehmigt, bis im Dezember der neue Versorgungstunnel fertig ist. In acht Monaten. Bedeutet: Halbzeit für den Schwerlastverkehr, der bereits jetzt seine Spuren hinterlassen hat. Deutliche Spuren in Form von massiven Schäden auf dem Deichverteidigungsweg ab Fährmannssand Richtung Hetlingen. Zahlreiche Stellen sind großflächig mit Kies und Sand verfüllt. Andernorts ist die Deckschicht mit einem Netz von Rissen überzogen.

Die Laster am Deich – ein Sicherheitsrisiko für Wedel im Sturmflut-Fall? Nein, sagt Gasunie Deutschland, Projektleiter und einer der Vorhabenträger des kleinen Elbtunnelbaus. „Deichsicherheit ist immer gewährleistet und steht nicht im Zusammenhang mit den beobachteten Straßenschäden“, erklärte Gasunie-Sprecher Philipp von Bergmann-Korn gestern auf Anfrage.

Er verweist zudem auf eine Stellungnahme des zuständigen Landesbetriebs für Küstenschutz (LKN) vom 19. Februar gegenüber dem Amt Haseldorf. Dort heißt es: Mit dem Beschluss im Planfeststellungsverfahren zu eben diesem Thema seien alle Forderungen des LKN erfüllt, „sodass die Deichsicherheit kontinuierlich gewährleistet werden kann.“

Es gebe regelmäßige Kontrollen und eine selbstständige Mängelbeseitigung, so Bergmann-Korn weiter. Und: „Die komplette Schadenbeseitigung erfolgt sinnvollerweise nach Abschluss der Baumaßnahme.“ Auf Rechnung des Bauträgers.

Wedels Bürgermeister Niels Schmidt will nun dennoch dringend mit dem Landesamt Kontakt aufnehmen. Ihm sei das Ausmaß der Schäden neu, sagte der Verwaltungschef gestern am Tageblatt-Telefon. Zwar sei die Stadt nicht zuständig für die Unterhaltung des Deichs und des Wegs. Im Katastrophenfall jedoch habe auch Wedel für die Überwachung des Deichzustands zu sorgen. Und natürlich ein ganz ureigenes Interesse daran, dass die Sicherheit tatsächlich gewährleistet ist.

Der Elbdüker ist ein Versorgungstunnel zwischen Hetlingen und Lühesand mit 1,518 Kilometer Länge. Da er nicht tief genug liegt, soll ein neuer Düker gebaut werden. Der Durchmesser der Stahlbeton-Röhre beträgt etwa drei Meter. Durch sie werden zwei Gasleitungen mit besonderer Bedeutung für Schleswig-Holstein (so das Ministerium für Energiewende) und Kabelschutzrohre für beispielsweise Telekommunkationsanlagen eingezogen. Für die Baustellenzufahrt zur Startgrube bei Hetlingen ist ein Durchstich durch die zweite Deichlinie erforderlich. Der wesentliche Schwerverkehr erfolgt über den Tonnenhafen des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Wedel und den Deichverteidigungsweg. Einzeltransporte sowie der Pkw-Verkehr erfolgen über die L 261 (Hauptstraße), die Schulstraße sowie die Straße Hetlinger Schanze. Vorhabenträger sind die Open Grid Europe und Gasunie Deutschland.
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