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Aktion für Senioren : Marsch und Geest in Feststimmung

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Lieder, Tänze und weihnachtliche Geschichten: Kommunen organisieren buntes Programm für ihre älteren Mitbürger.

shz.de von
erstellt am 14.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Hetlingen/Moorrege | Senioren in Marsch und Geest hatten am vergangenen Wochenende gleich zwei verschiedene Gelegenheiten, die Vorweihnachtszeit zu genießen. In Hetlingen waren die Besucher der Weihnachtsfeier der Gemeinde selbst gefordert. Zwischen den einzelnen Programmpunkten durften sie gleich mehrfach bekannte Adventslieder mitsingen. Thorben Korn, der mit dem Kirchenchor von St. Gabriel zu Gast war, begleitete die 90-köpfige Singschar in der Mehrzweckhalle am Akkordeon. Und auf Wunsch von Pastor Helmut Nagel wurde auch noch die plattdeutsche Version von „Leise rieselt der Schnee“ gesungen: „Sachter geiht hütt de Wind“.

Bei der Moderation wechselten sich Bürgermeisterin Monika Riekhof und Sozialausschuss-Vorsitzende Renate Springer-König ab. Alles begann mit den Kleinsten vom DRK-Kindergarten (Gesang und Tanz) und endete mit den ältesten Interpreten vom Männergesangverein „Eintracht“ („Joy to the World“ und andere Weihnachtslieder). Zwischendurch bekamen die älteren Hetlinger ein dreistündiges buntes Programm geboten, während das DRK-Team für Kaffee und Kuchen sorgte. Dreimal wurden weihnachtliche Geschichten vorgetragen: eine Wichtelerzählung von Springer-König, ein plattdeutscher Beitrag von Julius Körner und die Anekdote „De Wiehnachtsgoos“ von Günter Koopmann.

Zwischendurch verteilten Janne Martinsteg und Leon Gerhartz vom Kinder- und Jugendbeirat kleine Geschenketüten mit selbst gebackenen Keksen und Give-Aways an die Senioren. Das DRK-Team wurde auf die Bühne gebeten und für sein ehrenamtliches Engagement im vergangenen Jahr von der Gemeinde mit Rosen belohnt. Helmut Nagel von der Kirchengemeinde Haseldorf erzählte das „Märchen vom Auszug aller Ausländer“ und verband es mit aktuellem Bezug: „Es ist fantastisch, wie die vielen Flüchtlinge hier in der Marsch empfangen werden.“ Den Schlusspunkt setzte der Hetlinger Männerchor unter der Leitung von Olaf Polenske.

In Moorrege begrüßte die gemeinde derweil zirka 300 Einwohner über 70 Jahre und ihre Begleiter in der Mehrzweckhalle „An’n Himmelsbarg“. Für alle, die den Weg sonst nicht geschafft hätten, war ein Fahrdienst organisiert worden. Bei Kaffee und Kuchen gab es Unterhaltung, mal besinnlich, dann wieder ausgelassen heiter.

Chorleiter Olaf Polenske und der Männerchor „Eintracht“ sorgten für einen krönenden Abschluss in Hetlingen. (Foto: May)
Chorleiter Olaf Polenske und der Männerchor „Eintracht“ sorgten für einen krönenden Abschluss in Hetlingen. (Foto: May)
 

Schüler der Grundschule, Kinder aus der evangelischen Kita St. Michael, die „Tanzmäuse“ und die „Chili Chocolates“ des Moorreger Sportverein brachten als erste temperamentvolles Leben auf die Bühne. Die Gemeinschaftsschule schickte ihre Starpianistin Chantal Nowakowski vor. Dazu sang der Schulchor. Der Turnverein demonstrierte sein Können. Und wie könnte es in Moorrege anders sein? Natürlich waren die Karnevalisten dabei. Jungtanzgarde und Funkenmariechen gaben einen Vorgeschmack auf die närrische Jahreszeit.

Ein paar Erwachsene durften auch auf die Bühne. Pastor Stefan Weißflog erzählte von einer nächtlichen Geburt am Straßenrand mit einer jungen Ausländerin als Mutter und zufälligen Passanten aus aller Herren Länder als erste Helfer, eher er mit der biblischen Weihnachtsgeschichte endete. Sopranistin Doritha Schwier ließ ihre Stimme erschallen, Wolfgang Giebel hatte ein Gedicht dabei und Dieter Norton vom Kulturforum stimmte „Stille Nacht, heilige Nacht“ an.

Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg dankte den Helfern. Eine von ihnen stellte er persönlich vor, Fahima Rashad aus Syrien, die erst seit März in Moorrege lebt. Auch ihre älteste Tochter packte mit an. Weinberg erinnerte an das Schicksal vieler Moorreger Senioren, die nach 1945 als Flüchtlinge in die Gemeinde gekommen sind. Die Zuversicht und der Optimismus, die ihnen damals Stärke zum Durchhalten gegeben haben, seien auch in unserer Zeit eine Kraftquelle des Lebens und bewiesen sich in diesen Tagen in den Schicksalen der Menschen, die heute fliehen müssen.

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