Planungsausschuss : Marienhof Wedel: Klares Ja zur Expansion

Die Grundstückseigner  Edeka und Aldi wollen deutliche Expansionen ermöglichen und zudem einen Drogeriemarkt ansiedeln.

Die Grundstückseigner  Edeka und Aldi wollen deutliche Expansionen ermöglichen und zudem einen Drogeriemarkt ansiedeln.

B-Plan trotz Kritik an fehlenden Wohnungen empfohlen. Laut Verwaltung ist in dem Bereich allgemeines Wohnen nicht zulässig.

shz.de von
29. Juni 2018, 14:00 Uhr

Wedel | Die Zustimmung fiel weit deutlicher aus, als es die Debatte hatte erwarten lassen: Mit zehn Ja-Stimmen bei Enthaltung der SPD votierte der Planungsausschuss für die Einleitung der B-Plan-Änderung zur Vergrößerung der Einzelhandelsflächen am Marienhof.

Wie berichtet, wollen die Grundstückseigner Edeka und Aldi deutliche Expansionen ermöglichen und zudem einen Drogeriemarkt dort ansiedeln. Ein Ziel, das die Fraktionen unisono begrüßen. SPD, Grüne und Linke hatten jedoch auf eine Kombination mit Wohnungsbau gedrängt – und mit der Beschlussvorlage eine Absage von Verwaltung und Investor bekommen. Grüne und Sozialdemokraten wollten sich damit zunächst nicht zufriedengeben. „Die Stadt zieht sich sehr schnell auf einen sehr legalistischen Standpunkt zurück“, monierte Grünen-Fraktionschef Olaf Wuttke. „Ich vermisse das Aufzeigen von Möglichkeiten, das bestehende Baurecht zu ändern.“

Fläche als Gewerbegebiet

Die Verwaltung hatte in ihrer Begründung auf den aktuellen B-Plan verwiesen, der die Fläche als Gewerbegebiet ausweise, in der allgemeines Wohnen nicht zulässig sei. „Das ist zu schnell geschossen,“, befand auch Manfred Eichhorn (SPD). Es gebe in Deutschland genügend Beispiele für ein Nebeneinander von Wohnungen und Gewerbe. Die Stadt solle nochmals mit dem Investor reden. „Wir wollen da Wohnungen haben“, so Eichhorn.

Man habe sich sehr wohl intensiv mit dem Thema Wohnen beschäftigt, gab Stadtplaner Karl-Heinz Grass zurück. Beim Marienhof handle es sich jedoch um ein „klassisches Gewerbegebiet“, so Grass. „Da mit aller Gewalt Wohnen zu etablieren mit der Folge möglicher Auflagen für intakte Betriebe macht keinen Sinn.“ Grass verwies zudem auf zahlreiche andere geplante Entwicklungen von Wohngebieten in Wedel. Andersrum sei die Stadt nicht mit Gewerbeflächen gesegnet.  „Es ist daher auch unsere Aufgabe, den dort ansässigen Gewerbetreibenden eine sichere Zukunft zu bieten“, so Grass.


Schmidt warnt vor Spannungsfeldern
 

Willi Ulbrich (Grüne) insistierte und forderte mit Verweis auf zunehmende Flächenversiegelung eine genauere Untersuchung der Option auf Wohnraumschaffung. Man solle das Problem Versiegelung nicht gerade an diesem Projekt festmachen, entgegnete Bürgermeister Niels Schmidt (parteilos). Wohnungen, falls sie überhaupt an der Stelle zulässig wären, würden neue Spannungsfelder erzeugen. „Wir wissen nicht, wer dort hinzieht und ob er mit den Emissionen der Betriebe klarkommt“, so Schmidt. Grundsätzlich würden Unternehmen in Gesprächen immer wieder starke Bedenken äußern, wenn Wohnbebauung zu nahe an sie rankomme.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen