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Wedel : Marianne Wilke erhält den „Meilenstein“

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Der Landesverband der Sinti und Roma ehrt die Wedelerin.

Marianne Wilke ist 86 Jahre alt. Sie ist Ehrenvorsitzende der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten“ und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes. Einen weiteren Meilenstein in ihrem Leben erreichte die Wedelerin am Sonnabend, all sie die gleichnamige Auszeichnung des Landesverbands der Sinti und Roma in Schleswig-Holstein entgegen nahm. Die Organisation würdigte damit Wilkes „herausragendes soziales, humanistisches und unbürokratisches Engagement“.

„Das kam überraschend“, kommentierte Wilke die Ehrung nach dem Festakt in der Kieler Räucherei. Verliehen wird der Preis seit 2013 und die Wedelerin befindet sich in prominenter Gesellschaft. Frühere Preisträger waren unter anderem die ehemaligen Ministerpräsidenten Heide Simonis und Björn Engholm (beide SPD) sowie Literaturnobelpreisträger Günter Grass. 2015 wurden außer Wilke noch der Zentralrat der Juden und Rutko Kawczynski, Landesvorsitzender der Sinti und Roma in Hamburg, geehrt.

Wilke engagiert sich unermüdlich in der Friedenswerkstatt, im Arbeitskreis gegen Rechtsradikalismus und vor allem als Zeitzeugin. Die 86-Jährige gebürtige Hamburgerin war selbst ein Opfer der Nazi-Diktatur. Da ihr Vater jüdischer Abstammung war, musste sie mit 13 Jahren die Schule verlassen. Ihre Großeltern wurden in Riga von der SS ermordet, der Vater überlebte das KZ Theresienstadt. In Schulen und Erinnerungsstätten berichtet die 86-Jährige von ihren Erlebnissen. Für diese Erinnerungsarbeit erhielt sie im März dieses Jahres das Bundesverdienstkreuz.

Die in Deutschland lebenden zirka 70.000 deutschen Sinti und Roma sind seit 1998 als nationale Minderheit anerkannt. Am 14. November 2012 hat Schleswig-Holstein als erstes Bundesland die deutschen Sinti und Roma als Minderheit in die Landesverfassung aufgenommen. Im nördlichsten Bundesland leben derzeit etwa 5000 Sinti und Roma. Ihre Sprache – das Romanes –  ist seit 1998 gesetzlich anerkannt und geschützt und genießt damit einen besonderen Status genau wie das Plattdeutsche, das Friesische und das Dänische.

„Ich bin ein bisschen stolz“, sagte Wilke zur Auszeichnung. „Die Volksgruppe der Sinti und Roma liegt mir sehr am Herzen, sie wurden genau so verfolgt wie die jüdischen Bürger. Mit Matthäus Weiß aus dem Vorstand des Landesverbands Schleswig-Holstein arbeitet Wilke seit Jahren in verschiedenen Kommissionen in der Landeshauptstadt Kiel zusammen.

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erstellt am 15.Dez.2015 | 00:38 Uhr

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