Mann beißt Polizist bei Massenschlägerei

Familienstreit eskaliert in Pinneberg / Zahlreiche Beamte im Einsatz

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10. August 2018, 16:00 Uhr

Zwei Schwerverletzte durch Messerstiche. 24 Streifen- und acht Rettungswagen im Einsatz. Und ein Polizist, dem von einem der Randalierer in den Finger gebissen wurde. Das ist die traurige Bilanz einer Massenschlägerei am späten Mittwochabend in Pinneberg.

Gestern Morgen ist von dem Vorfall in der Richard-Köhn-Straße nichts mehr zu bemerken. Auf dem Schulhof der Grund- und Gemeinschaftsschule spielen Kinder, in den Vorgärten der Häuser ist keine Menschenseele zu sehen. Ganz anders am Mittwoch: Als die Polizei gegen 19 Uhr am Ort des Geschehens eintraf, schlugen etwa zehn Personen massiv aufeinander ein (unsere Zeitung berichtete). Eine Zeugin hatte den eskalierten Streit gemeldet. Polizeisprecher Dirk Scheele ergänzte gestern: „Zudem erschienen an der Örtlichkeit weitere Personen, die sich vor Ort feindselig gegenüberstanden.“

Die Besatzungen von 24  Polizeiwagen rückten an und leisteten bis 22 Uhr Schwerstarbeit, bis wieder Ruhe einkehrte. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen wurden von den Streit-Parteien sechs Personen verwundet: durch Messerstiche erlitten zwei von ihnen schwere und drei leichte Verletzungen. Eine Person erlitt einen Herzinfarkt. Sie alle kamen in Krankenhäuser. Durch den Biss eines der Beteiligten wurde außerdem ein Polizeibeamter aus Elmshorn leicht verletzt. Die Beamten nahmen vor Ort insgesamt sieben Personen vorläufig fest.

Worüber die beiden Familien türkischer Abstammung, von denen eine in Pinneberg und eine in Hamburg wohnt, in  Streit geraten waren, steht noch nicht abschließend fest, wie Polizeisprecher Scheele sagte. Nach Informationen unserer Zeitung gehen die Ermittler aber davon aus, dass die Hintergründe im privaten Bereich liegen.

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