Wedel : Management im 21. Jahrhundert

Holger Koschek hat mit „Management Y“ bereits sein sechstes Buch veröffentlicht.
Holger Koschek hat mit „Management Y“ bereits sein sechstes Buch veröffentlicht.

Autor und Berater Holger Koschek schreibt über moderne Unternehmensführung mit flachen Hierarchien.

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12. Dezember 2014, 16:00 Uhr

Wedel | Im August hatte Holger Koschek die fertige PDF-Datei versendet. Im September kam das Buch „Management Y“ in den Handel. Die Auflage: 2000 Exemplare. Diese sind mittlerweile so gut wie vergriffen. Der Verlag hat sich schon gemeldet. Der korrigierte Nachdruck ist fertig und wird derzeit produziert. „Dass das so schnell geht, hätten wir nie erwartet“, so der Wedeler.

Vor rund zweieinhalb Jahren lernte Koschek Ulf Brandes auf einer Konferenz kennen. „Wir haben festgestellt, dass wir inhaltlich gut zusammenpassen“, sagt der 45-Jährige. Brandes berichtete von seiner Buchidee und Koschek stimmte zu. Er schrieb über agiles Projektmanagement – entsprechende Erfahrung brachte er aus der Softwareentwicklung und seiner Beratertätigkeit mit. Pascal Gemmer und Lydia Schültken ergänzten das Autorenteam. „Ende 2012 gab es das erste gemeinsame Treffen“, berichtet Koschek. Als der Campus Verlag zusagte, das Buch zu veröffentlichen und der Verlagsvertrag wirklich vorlag, begannen die vier mit dem Schreiben. „Ich habe doch gemerkt, dass ich immer wieder ins Fachbuchdeutsch verfiel“, gesteht der Wedeler. Fünf Fachbücher zu Unternehmensportalen, Softwareentwicklung und dem Managementprozess „Scrum“ hat Koschek bereits veröffentlicht. Zumeist als Co-Autor. Wie auch bei „Management Y“. Dies solle sich aber an eine andere Zielgruppe wenden: das Unternehmensmanagement. Anders als sonst, riss er Themen an und ließ die Details oft aus – oder lagerte sie auf die Webseite zum Buch aus. „Beim Schreiben habe ich gelernt, Texte kompakter zu gestalten“, so Koschek.

Nach einem halben Jahr lag die Arbeit vor. Zumindest die schriftstellerische. Koschek hatte sich bereit erklärt, die gesamte Gestaltung des Buches zu übernehmen. „Das war etwas komplett Neues für mich“, so der 45-Jährige. In Abstimmung mit dem Verlag sei dies aber kein Problem gewesen. Bei Amazon führt das Buch die Liste der besten Bücher zum Thema „Führung & Personalmanagement“ an. In der Kategorie „Wirtschaft“ pendelt es zwischen Top 10 und Top 20. „Das verfolge ich gar nicht so richtig“, räumt Koschek ein, der sich sicher ist: „Wir waren mit dem Buch zum richtigen Zeitpunkt am Markt.“ Denn derzeit werde die Thematik viel diskutiert.
Das Buch beschreibt neue, kreative, revolutionäre Unternehmensstrukturen.

Klassische Strukturen oder Hierarchien werden aufgebrochen. „Derjenige, der die größte Kompetenz für eine bestimmte Fragestellung hat, soll die Entscheidung fällen. Das muss nicht immer der gleiche Mitarbeiter sein und schon gar nicht der Chef“, nennt Koschek ein Beispiel. Zudem sollen Projekte in kleine Teile zerlegt und schrittweise bearbeitet werden.

Eine Lösung für jeden? „Nein!“, sagt Koschek eindringlich. Die neuen Konzepte richten sich vor allem an Dienstleistungsunternehmen, die neue Produkte entwickeln – sei es im klassischen Kreativbereich wie Werbeagenturen, Pharmakonzerne, die neue Medikamente entwickeln oder alle Bereiche, in denen Neuheiten gefragt sind.

Die Zielgruppe beschreibt der Wedeler etwas umständlich als „veränderungsbereite Entscheider“. Unternehmen, die sich hinterfragen und vor allem auch fragen: „Was will der Kunde überhaupt?“ „Es gibt kein Patentrezept, denn da muss jedes Unternehmen seinen eigenen Weg finden“, erläutert Koschek. Daher sei das Buch mit 24 Helfern für den Alltag auch eine Starthilfe, um mit kleinen Schritten Veränderungen herbeizuführen. Ohne gleich das Unternehmen auf den Kopf zu stellen oder umzukrempeln. Wer sich mit dem Thema beschäftigen sollte? „Unternehmen, die mit falschen Werkzeugen an komplexe Fragen herangehen, eine hohe Fluktuation haben oder keine Mitarbeiter der Generation Y finden, bekommen Denkanstöße“, so Koschek.

Als Generation Y gelten zwischen 1977 und 1998 Geborene. Die Generation gilt mit Fachhochschul- oder Uniabschluss als gut ausgebildet und besonders technikaffin. Anstelle von Status und Prestige rücken die Freude an der Arbeit sowie die Sinnsuche ins Zentrum. Mehr Freiräume, die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung, sowie mehr Zeit für Familie und Freizeit sind zentrale Forderungen der Generation Y. Der Spaß an der Arbeit sei dabei oft wichtiger als Anerkennung und hohe Gehälter.
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