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Wedel-Schulauer Tageblatt

11. Dezember 2017 | 09:15 Uhr

"Malen fängt mit dem Sehen an"

vom

shz.de von
erstellt am 18.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Wedel | Für Gisela Eckhardt ist es eine Premiere: Seit Donnerstagabend zeigt das Reepschlägerhaus Bilder der Hamburger Künstlerin, die ihre Exponate bisher noch nie vor einer breiten Öffentlichkeit präsentiert hat.

Zur Einführung in die Schaffenskunst der gebürtigen Hessin hatte der Förderkreis des Reepschlägerhauses Eckhardts Mallehrer und künstlerischen Begleiter der vergangenen Jahre, Dieter Kiesow aus Sierksdorf, zu einer Laudatio eingeladen. Er schilderte neben Aspekten des Schaffensprozesses auch einige Stationen der künstlerischen Entwicklung seiner Schülerin.

Die Malerin, die ihre kreative Leidenschaft für die Kunst auf einer Malreise in Südfrankreich entdeckte, liebt die Menschen und Landschaften des Nordens, seit sie vor Jahren nach Hamburg gezogen ist. Sie geht gern mit ihrem Skizzenblock vor die Tür und durchwandert die Backstein fluchten der Hamburger Altstadt. Am liebsten aber malt sie ihre Bilder in freier Natur.

"Der Himmel und die Weite des Blicks, das ist einmalig", fasst sie ihre Begeisterung für die norddeutsche Landschaft zusammen. Und "Lehrmeister" Kiesow ergänzt: "Die Nachhaltigkeit des Lichts macht viel von der Faszination für uns Künstler aus."

Dennoch bringt das Arbeiten unter freiem Himmel einiges an Herausforderung mit sich. "Man ist immer abhängig von den äußeren Umständen wie beispielsweise Wind und Wetter. Und wer schon mal mit klammen Fingern an einem Bild gearbeitet hat, weiß, dass dabei oft ganz andere Ergebnisse herauskommen als bei Schönwetter-Malerei", stellte Kiesow in seiner Lobrede fest.

Er selbst, der vor seiner Zeit als Kunstlehrer bereits als Sozialpädagoge tätig war, geht mehrmals im Jahr mit seinen Eleven auf Malreisen. "Malen fängt mit dem Sehen an, bis es dann in den Kampf um Perspektiven und Fluchtpunkte geht", brachte er seine Erfahrungen auf den Punkt. Er persönlich liebe die Aquarell-Malerei sehr, weil seiner Ansicht nach die Idee zum Bild beim Künstler bereits in der Seele fertig sein muss.

In den Bildern von Eckhardt komme dazu eine gewisse Leichtigkeit zum Ausdruck, die eine beruhigende Wirkung auf ihre Betrachter ausübt. "Gisela Eckhardt malt ihre Bilder nicht voll. Vielmehr lässt sie Lücken, die der Betrachter dann mit seinen inneren Bildern füllen kann. Das macht die Größe ihrer Bilder aus", schloss Kiesow sein Urteil ab.

Die Ausstellung im Reepschlägerhaus, Schauenburgerstraße 4, läuft noch bis zum 16. Juni. Die Öffnungszeiten sind dienstags bis freitags von 16 bis 22 Uhr und sonnabends und sonntags von 15 bis 22 Uhr.

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