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Kaum Fans für das „Stöckebasten“ : Mäßige Resonanz am „Tag der offenen Tür“ bei der Bandreißergruppe

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Nur wenige Besucher kamen zu der Veranstaltung. Es werden noch weitere Helfer für den Fortbestand der Hetlinger Handwerkstradition gesucht.

Hetlingen | Der Prophet gilt nichts im eigenen Land. Dieser Sinnspruch – umgemünzt auf die Bandreißergruppe im Kulturverein Hetlingen – bedeutet, dass sie in der Fremde mehr geschätzt wird als im eigenen Dorf. Beim „Tag der offenen Tür“ in der heimischen Werkstatt und im Außenbereich blieb die Resonanz jedenfalls hinter den Erwartungen zurück, während bei auswärtigen Auftritten auf Volksfesten und Märkten großes Interesse an diesem historischen Handwerk besteht.

„Wir machen das Stöckebasten alle zwei Jahre in Hetlingen im Wechsel mit dem Freiluftmuseum Molfsee“, erzählt Gruppensprecher Christian Gerdes. Die am Idenburgsweg gezogenen Weidenstöcke wurden schon zu Pfingsten geschnitten und jetzt bei der öffentlichen Veranstaltung von den Besuchern gebastet, das heißt geschält. Aufgrund der wenigen Teilnehmer hat Gerdes bereits die Konsequenzen gezogen: „Beim nächsten Mal machen wir das unter der Woche und laden dazu die Grundschule ein.“

Als 1995 mit dem Stöckebasten und der Darstellung der einzelnen Arbeitsschritte bis hin zum fertigen Fassreifen begonnen wurde, gehörten noch 13 Ehrenamtliche dazu, die das Wissen um das alte Handwerk aufrechterhielten. Jetzt ist das Team auf fünf Aktive zusammengeschmolzen, und der Gruppensprecher befürchtet: „Wir brauchen dringend Verstärkung, sonst gehen eines Tages die Lichter in unserer Werkstatt an der Hauptstraße 44 aus.“

Neue Helfer werden auch dringend benötigt, um bei den künftigen Auftritten in ganz Norddeutschland präsent zu sein, wo die Hetlinger sich über mangelnden Zuspruch nicht beklagen können. In diesem Jahr sind sie insgesamt 15 Mal unterwegs und legen dabei mit dem Gemeindebus mehr als 2000 Kilometer zurück. Der Höhepunkt ist die Teilnahme am Landpartie-Fest des NDR. Es findet am Sonnabend und Sonntag, 28. und 29. Mai, auf dem Paradeplatz in Rendsburg statt. Dann wird man die „Bannmokers“ auch auf N3 in Aktion sehen können. Besonders freuen sie sich auf den 29. Historischen Handwerkermarkt im niedersächsischen Debstedt am 7. August. In dem nördlich von Bremerhaven gelegenen Ort kommen erfahrungsgemäß bis zu 2000 Besucher, um altes Handwerk, seltene Berufe und Techniken zu sehen. Vom Geigenbauer, Stellmacher, Bootsbauer bis hin zu den Hetlinger Bandreißern.

Gesucht wird jeder, der Interesse an diesem historischen Handwerk und Spaß am Umgang mit dem Weidenholz hat. Er kann sich an Christian Gerdes unter Telefon 04103-13383 wenden.
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