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Hospizbegleitung : Männliche Verstärkung erwünscht

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Neun neue Hospizbegleiterinnen haben nach 124 Unterrichtsstunden ihre Zertifikate erhalten.

shz.de von
erstellt am 26.Jun.2017 | 16:10 Uhr

Wedel | Für neun neue Hospizbegleiterinnen kann der ehrenamtliche Dienst an sterbenden Menschen beginnen. Nach 124 Unterrichtstunden überreichte ihnen Koordinatorin Dörthe Bräuner ihre Zertifikate. Ab sofort verstärken sie die Teams der ambulanten Hospizdienste Wedel und Pinneberg-Uetersen.

Ein halbes Jahr lang hatten sie sich auf diesen Moment vorbereitet. Ein Blick in ihren Lehrplan macht deutlich, wie gründlich die beiden Besucherzentralen ihre Neuen auf die bevorstehenden Einsätze und Aufgaben vorbereitet haben. Gesprächsführung und non-verbale Kommunikation gehörte dazu, ebenso die Unterscheidung der Sterbephasen, der Umgang mit häufigen Krankheiten wie etwa Demenz und nicht zuletzt die Beachtung der eigenen Belastbarkeitsgrenzen. Sie sollen sich in ihrer Helferrolle schließlich nicht überfordern.

Der Dienst ist religions- und weltanschauungsunabhängig, betonte Bräuner. Gleichwohl gehörten Spiritualität und religiöse Dimensionen zu den Unterrichtsfächern des Kursus. Das Thema Sterbehilfe wurde besprochen. Psychische Qualen wie Schuld und Scham wurden ebenso gründlich behandelt wie körperlicher Schmerz. Ein andermal war wieder Praktisches aus dem Alltag dran. Es ging zum Beispiel um Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Ein wichtiges Thema war auch die Fürsorge für Angehörige der Sterbenden.

Warum sucht man sich ein solches Ehrenamt aus? „Wir lernen viel über uns selbst“, meinte eine Kursusteilnehmerin. Es sei befreiend, offen über den Tod zu sprechen und nachzudenken, fügte eine andere hinzu. „Wir kommen doch alle mal dahin“, ergänzte eine dritte. Wenn der Tod nicht mehr als Tabu im Raume steht, verliert man die Angst davor, war der Konsens aller. Die unbeschwerte Heiterkeit im Unterrichtsraum machte das augenfällig. Die neun Damen lachten gern und viel.

Sie haben während der Kursuswochen viel praktische Erfahrung gesammelt, haben sich in einem stationären Hospiz in Altona umgeguckt, haben in Tornesch ein Krematorium besucht, in Wedel einen Bestatter und sie konnten zehn Wochen lang erfahrene Kolleginnen bei Besuchen begleiten. Was fehlt? „Wir hätten gerne Herren in unserem Kreis“, sagt die Koordinatorin. Denn mancher Sterbende wünsche sich ein offenes Gespräch von Mann zu Mann.

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