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Wedel-Schulauer Tageblatt

18. November 2017 | 00:23 Uhr

Luther und seine Lieder improvisiert

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Reformationstag Musikalische Andacht

500 Jahre Reformation – auch in der kleinsten Gemeinde im Kirchenkreis Hamburg-West / Südholstein, Haselau, wird das mit vielen Höhepunkten gefeiert. Für Dienstag, 31. Oktober, laden Pastor Andreas-Michael Petersen und Kirchenmusiker Michael Horn-Antoni zur musikalischen Reformationsandacht ein. Los geht es passend zum Gründungsjahr 1517 um 15.17 Uhr.

Laut Petersen soll es an diesem besonderen Tag etwas ganz typisches für Haselau geben. Und welches Alleinstellungsmerkmal hat die Gemeinde? „Für uns ist Michael ganz typisch“, erklärt der Pastor. Und meint damit die Improvisationskunst des langjährigen Kantors und Chefs der Kantorei.

Martin Luther und die Reformation sind eng mit der Musik verbunden. „Luther ist der Lieddichter mit den meisten Beiträgen in unserem Gesangbuch“, sagt Petersen. Der Reformator liegt mit 36 Einträgen deutlich vor dem Zweitplatzierten Paul Gerhardt (1607-1676), der es „nur“ auf 27 Eintragungen bringt. Luther war es auch, der das erste Gesangbuch in deutscher Sprache herausgab.

Bis zu fünf Luther-Lieder wird sich Horn-Antoni herauspicken und improvisieren. Was dabei herauskommt, weiß im Voraus niemand – nicht einmal der Musiker selbst. „Das ist ein hypnotischer Vorgang“, erläuterte er. Besucher seiner Konzerte kennen und schätzen seine Gabe. „In meinem Langzeitgedächtnis sind etwa 60 000 Stunden Musik abgelegt“, sagt Horn-Antoni. Teilstücke holt er während seiner Improvisationen heraus und fügt sie zu einem ganz neuen, nie wieder zu hörenden Ganzen zusammen. „Ich habe bei Konzerten schon erlebt, dass Zuhörer gegrinst haben, weil sie das eingefügte Teilstück erkannt haben“, sagt der Organist.

Auf jeden Fall zu hören sein wird „Ein fest Burg ist unser Gott“ in der Urfassung. „Da habe ich zu Hause eine ganz interessante Version“, sagt Horn-Antoni. Dieses Lied könne auf sehr unterschiedliche Weise interpretiert werden, betont Petersen. Es sei ein Lied, dass aus einer großen Not heraus komme. „Man kann es aber auch sehr zart spielen“, so der Pastor.

Petersen, der von der Improvisationsgabe des Kantors fasziniert ist, wird passend zu den Liedern Texte vortragen. „Ich habe diese Woche Urlaub und Zeit, sie in Ruhe herauszusuchen“, freut er sich. Der Kirchenmann liebt es, Texte gegenüber zu stellen. Nach der Andacht gibt es Zeit für ein Miteinander bei Kaffee und Kirchenwein.

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