Lokale Lebensmittel trumpfen auf

Sie wurden von den Workshop-Teilnehmern zur Leitung bestimmt: Klimaschutzmanagerin Simone Zippel (links) und VHS-Chefin Cornelia Mayer-Schwab.
Sie wurden von den Workshop-Teilnehmern zur Leitung bestimmt: Klimaschutzmanagerin Simone Zippel (links) und VHS-Chefin Cornelia Mayer-Schwab.

Das Projekt „Wedel is(s)t regional“ bekommt ein Logo / Viele Ideen, die jetzt konkretisiert werden

shz.de von
26. Mai 2018, 16:00 Uhr

Es wird konkret: Das Projekt „Wedel is(s)t regional“ hat nicht nur ein Logo bekommen. Mittlerweile entwickeln sich auch die vielen Ideen der Klimaschützer zu einzelnen greifbaren Projekten heran. Wedels Klimaschutzmanagerin Simone Zippel und Wedels Volkshochschulleiterin Cornelia Mayer-Schwab, die von der Initiativgruppe des Vorhabens zu Projektleiterinnen auserkoren wurden, legen nächste Woche einen Flyer vor, der die Aktionen bündelt und vorstellt.

„Wir wollen den Zusammenhang zwischen Ernährung und Klimawandel zum Stadtgespräch machen“, gibt Zippel die Stoßrichting von „Wedel is(s)t regional“ vor. Der Entschluss, sich gemeinsam um den Klimaschutz zu kümmern und regional bei sich vor der Haustür im Kleinen mit konkreten Maßnahmen anzufangen, entstand innerhalb eines Workshops auf der großen Klimaschutzkonferenz im Oktober vergangenen Jahres. „Das Projekt basiert auf vielen Säulen“, stellt Zippel klar. Es lebt durch die Ideen vieler, die sich gegenseitig befruchten und unterstützen. Die Netzwerke in Wedel seien gut geknüpft, sagt die Klimaschutzmanagerin. „Wedel is(s)t regional“ will darüber hinaus wirken, die Zusammenarbeit an einem Thema über gefestigte Strukturen hinwegtreiben. Kommunizieren und kooperieren sind dabei die Schritte zur Realisation.

Vorreiter in der Umsetzung von Ideen sind die Awo-Kitas „Hanna Lucas“ und „Traute Gothe“ sowie die DRK Einrichtung in der Flerrentwiete. Bei ihnen stehen mittlerweile Besuche auf Wochenmärkten und Erkundungsausflüge zu regionalen Bauernhöfen fest auf dem Programm. Zudem sind Kräuter im hauseigenen Garten angepflanzt und Gemüsepflanzen gesetzt worden.

Auf den Verzehr von regionalen Produkten setzt hingegen die städtische Verwaltung. Hier wurde angestoßen, gemeinsam ein Kochbuch herauszugeben, das saisonale Rezepte sammelt. In vier Kapiteln, die jeweils mit einer Jahreszeit überschrieben sind, stellen die Mitarbeiter eigene Kochrezepte vor, die mit den Erzeugnissen realisiert werden können, die das Umland gerade hergibt. Wer nicht warten kann, für den gehen die Azubis der Verwaltung schon einmal in Vorarbeit. Sie planen ihren eigenen Blog zu dem Thema. Einmal im Monat wird es auf wedel.de ein saisonal-regionales Kochrezept von jungen Leuten für junge Leute geben. Los geht es Mitte Juni.

Die Stadtbücherei hat gleich drei konkrete Projekte in Planung, die alle ab Mitte Juli starten sollen. „Nach der Fußballweltmeisterschaft“ präzisiert Leiterin Andrea Koehn. Zum einen sollen auf einer Tauschbörse regionale Samen und Stecklinge den Besitzer wechseln. Dafür baut die Stadtbücherei Holzkisten in der Vorhalle auf, in die möglichst beschriftete Setzlinge eingestellt und nach Bedarf andere Pflanzen wieder mitgenommen werden. „Das soll ganz selbstständig laufen“, erläutert Koehn. Für eine Smartphone-Quizz-Rallye, die die Stadtbücherei für Jugendliche plant, wurde in der App „Actionbound Rallye“ bereits der Reiter „Wedel is(s)t regional“ platziert. Allerdings sei dort noch nichts hinterlegt, sagt Koehn. Es folgen Fragen zu regionalen Produkten, zu Händlern und zum Thema Ernährung ganz allgemein. Eine geführte Radtour bietet die Stadtbücherei zusammen mit dem Klimaschutzfonds innerhalb dessen Umweltwochen Ende Oktober an. Am Sonnabend, 27. Oktober, geht es auf Mundraub, das heißt dorthin, wo in und um Wedel wilde Obstbäume, Sträucher und Wildkräuter wachsen.

„Wedel – genial, grün, essbar“ hat die Initiative „Wedel im Wandel“ ihren Beitrag zu „Wedel is(s)t regional“ übertitelt. „Wir wollen regionalen und ökologischen Anbau von Lebensmitteln stärken und fördern“, sagt Ute Fenners. Konkret heißt das für die Netzwerker, dafür zu sorgen, dass mehr „essbare“ Gärten, Beete und Grünflächen sowohl im öffentlichen, als auch im privaten Bereich entstehen. Mit den Spielplatzpaten beispielsweise sei die Initiative schon im Gespräch. Altenheime, Stadtmuseum und Gastronomie sollen folgen. Wer das Anliegen unterstützen will, ist zum Auftakttreffen am 28. Juni, in der Volkshochschule, herzlich eingeladen, wirbt Fenners. Los geht es um 19 Uhr.

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