Wedel : Lob und Tadel vom Fraktionschef

CDU-Stadtverbandschef Michael Schernikau (rechts) begrüßte zum Neujahrsempfang den Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion, Daniel Günther.
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CDU-Stadtverbandschef Michael Schernikau (rechts) begrüßte zum Neujahrsempfang den Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion, Daniel Günther.

CDU-Empfang mit Landtagsabgeordneten Günther.

shz.de von
26. Januar 2015, 12:00 Uhr

Wedel | „Der Elbe-Businesspark in Wedel ist eine tolle Chance für die Stadt.“ Wer beim Neujahrsempfang des CDU-Stadtverbands etwas mehr als diese Aussage über die Rolandstadt und die Region erwartet hatte, wurde enttäuscht. Daniel Günther, Fraktionschef der CDU-Landtagsfraktion in Kiel und Ehrengast der Veranstaltung, unternahm gestern Vormittag im Theater Wedel eher einen politischen Rundumschlag der sanfteren Art. Da störte es offensichtlich auch niemanden, dass dem Gast aus der Landeshauptstadt nicht die richtige Bezeichnung des Wedeler Vorzeigeprojekts, „Businesspark Elbufer“, geläufig ist.

Kritik erntete die von SPD, Grünen und SSW geführte „Kieler „Küstenkoalition“. Die Leistung der Regierung sei „überschaubar“, tadelte Günther Ministerpräsident Torsten Albig und dessen Mannschaft. Insbesondere Justizministerin Anke Spoorendonk (SSW) bekam ihr Fett weg: „Sie ist schlicht und einfach überfordert“. In Schleswig-Holstein werde zudem zu wenig in die Zukunft investiert. So müssten deutlich mehr Mittel für Bildung und Straßenbau bereitgestellt werden.

Seinen Frieden geschlossen hat Günther offenbar mit der Hetlinger CDU-Landtagsabgeordneten Barbara Ostmeier. Diese hatte sich nach Informationen der Lübecker Nachrichten vor der Wahl des Fraktionsvorsitzenden vor drei Monaten offen gegen den Christdemokraten ausgesprochen, da man im CDU-Kreisverband Pinneberg den Ex-Landesgeschäftsführer immer noch für den Sturz des Unions-Spitzenkandidaten Christian von Boetticher im Jahr 2011 verantwortlich machte. „Barbara Ostmeier ist sehr tatkräftig, sie ist bei uns für Justiz- und Sportpolitik zuständig und leistet eine hervorragende Arbeit“, lobte Günther die Hetlingerin.

Vor den Ausführungen des Ehrengasts aus Eckernförde hatte Stadtverbands-Chef Michael Schernikau die etwa 50 Gäste, darunter Stadtpräsidentin Renate Palm (WSI) und Bürgermeister Niels Schmidt, begrüßt. In einem Ausblick auf 2015 betonte er, dass der Stadtverband künftig mehr Kontakte zu Parteimitgliedern und Freunden der CDU pflegen wolle. Aus diesem Grund soll auch ein Newsletter mit Informationen über die politischen Aktivitäten herausgebracht werden. „Wir wollen damit auch der immer weiter sinkenden Wahlbeteiligung entgegentreten“, so Schernikau. Bei Schnittchen, Saft und Sekt ging es anschließend zum geselligen Teil über.

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