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Wedel-Schulauer Tageblatt

22. August 2017 | 17:21 Uhr

Wedel : Lichter leuchten für den Frieden

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Mehr als 100 Friedensaktivisten setzen bei der „Nacht der 100.000 Kerzen“ am Mühlenteich ein Zeichen für den Atomausstieg und die Abrüstung.

Wedel | „Die Bomben auf Hiroshima und Nagasaki haben keinen Frieden gebracht, sondern ein neues Zeitalter der Kriegsführung eingeleitet“, sagte Irmgard Jasker in Ihrer Ansprache zur „Nacht der 100  000 Kerzen“ am Mühlenteich. Mehr als 100 Friedensaktivisten und Unterstützer waren gekommen, um ein Zeichen gegen Krieg und für den Atomausstieg zu setzen.

„Die Konsequenz aus dem Atombombenabwurf vor 70  Jahren kann nur sein, die Kernwaffen abzuschaffen und zu vernichten“, so Jasker. Sie vermisse bisher eine klare Aussage der Bundesregierung, die letzten verbliebenen Atomwaffen aus Deutschland zu entfernen. Dafür sammelte sie während der Veranstaltung der Friedenswerkstatt Unterschriften. „Wir können nur hoffen, dass – so schwach unsere Stimme auch sein mag – sie von denen gehört wird, die etwas zu entscheiden haben“, hoffte die Friedensaktivistin.

„Die zivilen Atomkraftwerke sind die Grundlage für die Waffenproduktion“, mahnte Marianne Kolter von der Anti-Atom-Initative Pinneberg und ergänzte: „Mit all diesem Zeugs, das in den Atomkraftwerken produziert wird, kann man nichts anderes machen, als es als Atomwaffen zu recyceln.“ Sie forderte: „Weg mit dem Zeug.“ Alle Atomkraftwerke weltweit müssten geschlossen werden: „Damit niemand neue Atomwaffen bauen kann.“

Auch Jürgen Scheffran, Professor für Klimawandel und Sicherheit am Institut für Geographie der Universität Hamburg, warnte vor dem Einsatz von Atomwaffen: „Einige der größten Genies ihrer Zeit haben mit dem Manhattan Projekt die Büchse der Pandora geöffnet, die sie selbst nicht mehr schließen konnten.“ Scheffran wertete die Atombombenabwürfe auf die beiden japanischen Städte als „Tiefpunkt der Menschheitsgeschichte“ und „Verrohung der Menschheit.“„Wir hatten Glück, dass es nach 1945 nicht zum Atomkrieg kam, aber wir sollen das nicht herausfordern, sondern Atomwaffen schnellstmöglich abschaffen.“

Nach dem gut zweistündigen Programm mit einer Andacht von Dietrich Stein, Pastor im Ruhestand, zogen die Friedensaktivisten mit ihren Lotosblüten in einer kleinen Prozession am Mühlenteich entlang, bevor sie die gefalteten Papierblüten mit Teelichtern ins Wasser ließen.

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erstellt am 10.Aug.2015 | 12:00 Uhr

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