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Wedel-Schulauer Tageblatt

18. Dezember 2017 | 06:26 Uhr

Wedel : Letzte Ruhe am Fuße eines Baumes

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Neue Wege: Der Waldfriedhof ermöglicht Bestattungen inmitten von natürlich gewachsenen Eichen, Birken und Kiefern. Die Einweihung ist für den 3. Juli geplant.

shz.de von
erstellt am 22.Jun.2016 | 08:00 Uhr

Wedel | Ein Rundweg, verdichtet und mit Mulch bedeckt, umringt dezent mit Nummern-Plaketten markierte Bäume. Zentral gelegen ein Baumstumpf, der auf einem kleinen Versammlungsplatz als Ablage genutzt werden kann. Ein Kreuz dahinter soll dieser Tage noch aufgestellt werden. Mehr nicht. Ganz bewusst regiert Zurückhaltung bei der Anlage auf dem Waldfriedhof, die am 3. Juli eingeweiht werden und damit neue Möglichkeiten eröffnen soll: Waldbestattungen inmitten der Natur des namengebenden Baumbestands, der die Grabfelder am Gnäterkuhlenweg umgibt.

„Wir meinen, dass so etwas zum zeitgemäßen Angebot eines Friedhofs gehört“, sagt. Werner Ballendat, Vorsitzender des Friedhofsausschusses. Zumal Anlagen im Umkreis wie in Appen und Bönningstedt zeigten, dass der Bedarf da sei. Auch in Wedel habe es bereits seit längerem Anfragen nach dieser Form der Bestattung gegeben. Zudem trägt das neue Angebot einer deutlichen Entwicklung hin zum Urnenbegräbnis Rechnung. Laut Ballendat lag der Anteil an Erdbestattungen vor rund zehn Jahren noch bei 60 Prozent gegenüber 40 Prozent Urnenbestattung. Aktuell würden bereits 70 Prozent Urnen- und nur noch 30 Prozent Erdbestattungen gewählt.

Daher das neue Feld „Waldgräber“, markiert durch ein großes Holzschild, geschaffen auf 600 Quadratmetern der Erweiterungsflächen im Nordwesten des Friedhofs-Areals.

60 Bäume unterschiedlichen Alters umfasst das Feld. Unter ihnen, im Abstand von etwa 1,20 Meter vom Stamm, finden Einzelgräber, Doppelgräber für Paare oder Familiengräber mit bis zu acht Urnenbeisetzungsplätzen Raum. Die Asche der Verstorbenen wird in einer biologisch abbaubaren Urne in den Waldboden eingelassen. Der Baum selbst dient als Grabmal. „Kerzen, Gestecke oder andere Grabbeigaben passen nicht in die natürliche Umgebung des Waldes“, erklärt Ballendat. „An ihre Stelle treten Moose, Farne, buntes Laub, die den Waldgräbern eine jahreszeitliche Schmückung geben und dazu beitragen, den Wald zu einem besonderen Ort des persönlichen Erinnerns und Gedenkens zu machen.“ Auf Wunsch können allerdings kleine Grabplatten in Form von Natursteinen mit Namen, Geburts- und Sterbedatum an Bestattungsstelle angebracht werden. 300 Grabstellen sind auf diese Weise geschaffen worden, die auf je 20 Jahre vergeben werden. Eine Erweiterung des Felds sei bei Bedarf jederzeit möglich, so Ballendat.

Die sonntagliche Einweihung der Waldgräber beginnt um 15 Uhr. Geplant ist eine musikalische Andacht nebst Weihe des Grabfelds.

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