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Rosen für den Dichter : „Leonardo da Vinci“ blüht für Rist

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Gelungener Auftakt für die Aktion „Rosen für den Dichter“ in Wedel: Die Rist-Gesellschaft ehrte mit der Veranstaltung den Universalgelehrten.

Wedel | Für Johann Rist war es eine Premiere: Am ersten Juni-Sonnabend kamen Fans des Wedeler Pastors, Dichters und Universalgelehrten an seinem Standbild neben der Immanuel-Kirche am Roland zusammen und ehrten sein Andenken mit Rosen. Anderswo im deutschsprachigen Raum ist die Aktion „Rosen für den Dichter“, schon einige Jahre alt. Sie geht auf eine Initiative des Vereins Literaturlandschaften zurück und soll das Bewusstsein für das kulturelle Erbe der jeweiligen Region stärken.

Eigentlich sollen die Rosen an den Gräbern der Poeten niedergelegt werden, aber Rists letzte Ruhestätte ist nicht bekannt. Da bot sich die Statue neben dem Gotteshaus als ideale Alternative an. Ehe die versammelten Rist-Verehrer hier ihre Blumengaben ablegten, gab Arno Schöppe von der Johann-Rist-Gesellschaft einen Überblick über Leben und Wirken des Wahl-Wedelers Rist.

Geboren wurde Rist 1607 in Ottensen. 60 Jahre alt ist er geworden. Als er neun Jahre alt war, brach der 30-jährige Krieg aus. 28-jährig wurde Rist Pastor in Wedel. Natürlich hatte er vorher Theologie studiert, aber auch Jura, Botanik, Medizin und Hebräisch, um nur einige Fächer zu nennen. So ging er ans Werk, das südliche Kimbrien, wie die Halbinsel zwischen Nord- und Ostsee einstmals hieß, zu seinem Arkadien zu machen. „Daphnis aus Kimbrien“ war einer der vielen Ehrentitel, die er im Laufe seines Lebens erwarb. Berühmtheiten wie der Komponist Heinrich Schütz machten sich auf den Weg nach Wedel, um den Dichter zu besuchen. Johann Sebastian Bach entlieh Rist-Verse für sein Weihnachtsoratorium.

Nach dem Blick auf seine Biografie kam der Dichter mit eigenen Texten zu Wort. Marko Lohmann vom Theater Wedel übernahm die Rezitation und offenbarte dabei die unglaubliche Vielfalt von Rists Schaffen. Viele witzige Einfälle waren dabei und fürs Praktische hatte der Mann offenbar auch Sinn. Kränze aus frischen Rosenblüten auf dem Haupte seien gut gegen die üblen Ausdünstungen der Zeitgenossen, befand Rist zum Beispiel.

Die Rose, die Schöppe schließlich neben dem Standbild pflanzte, heißt „Leonardo da Vinci“. Deren Namensgeber sei auch ein Universalgelehrter gewesen und eine Rist-Rose gebe es noch nicht, so seine Begründung.


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erstellt am 06.Jun.2017 | 10:00 Uhr

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