Legendär: Das Sommerfest der Villa

Little Helper.
Little Helper.

Zehn Bands aus Wedel und Umgebung heizen am Freitag und Sonnabend, 24. und 25. August, den Besuchern ordentlich ein

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17. August 2018, 16:00 Uhr

Sie haben so kreative Namen wie Bloodstains, Little Helper, Blastbomb, Es war Mord oder Last Line of Defense – und sie machen mächtig einen drauf. Die Musikinitiative der Villa hat sich wieder ordentlich ins Zeug gelegt, um fürs legendäre Sommerfest eine Vielzahl an unterschiedlichen Bands vor allem aus der Region an Land zu ziehen. Die Traditionsveranstaltung habe sich zu einem absoluten Highlight der Wedeler Musiksaison gemausert, sagen die Organisatoren selbstbewusst. Da muss man einen gewissen Anspruch wahren. Zehn Bands spielen am Freitag und Sonnabend, 24. und 25. August, sowohl im Veranstaltungsraum der Einrichtung an der Mühlenstraße 35 gleich neben der S-Bahn, als auch Open-Air im Garten auf, wo auch mit Grillwürsten, Kaffee- und Kuchenbüfett sowie Fassbier ans leibliche Wohl der Besucher gedacht ist.


Von Hardcore bis Klanglandschaft

Los geht es am Freitag um 19 Uhr. Drei Band haben sich für den ersten Abend angekündigt. Mit der Hardcore-Legende Last Line of Defense, die bereits überregionalen Ruhm einheimste, und den Newcommern Cross the Border, vier Jungs, die einen Mix aus Blues, Punk, Hip-Hop und Metal pflegen, kommen zwei direkt aus der Stadt. Die dritte Formation, Bloodstains, eine Skatepunkband aus Aachen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, da weiterzumachen, wo ihre musikalischen Vorbilder à la Minor Threat oder Negative Approach in den 1980ern aufhörten, machen endlich mal wieder Station in Wedel.

Opener am Sonnabend sind ab 16 Uhr Little Helper, eine Nachwuchsband aus der hiesigen Musikschule. Die jungen Musiker, die sich 2015 zusammenfanden, spielen aktuelle Chartsongs, denen sie ihren eigenen Stempel aufdrücken. Um das ganze Musikspektrum der Stadt abzubilden, ziehen die ältesten Musiker des Villa-Festivals den jüngsten nach. Ab 16.50 Uhr wird es voll auf der Bühne: Der Spitzerdorf-Schulauer Männergesangverein singt Seemann-Shanties. Mit einer musikalischen Reise durch emotionale Klanglandschaften beschließt das akustische Gitarrenduo Aminea aus Wedel den Nachmittag. Das Spektrum von Jens Ballaschke und Kai Schweers reicht von sanft verträumt bis aufwühlend kraftvoll und zeigt sich stets lebhaft und detailverliebt.


Punk und seine Steigerungen

Ordentlich was auf die Ohren gibt es dann im Abendprogramm, das einen lebendigen Querschnitt durch die Punkszene auflegt. Die Hamburg-Elmshorner Stoner- Punk’n’Roll-Band Blastbomb macht den Anfang. Laut Musikinitiative spielen die fünf Jungs „eine kompromisslose und aggressive Mischung“. Den Staffelstab übernehmen Barayan, indonesisch der Begriff für Belohnung. Zu Gitarren, Bass und Drums gesellt sich in dieser Formation internationaler Musiker das Akkordeon, das dem Rock-Punk-Metal-Sound der Band erst die richtige Würze gibt. Es war Mord kommen aus Berlin und spielen Punk. Ihre Musik habe eine Achtziger-Note, sagen die Veranstalter. Sie komme wie ein finsteres E-Moll-Gewitter mit vielen schönen Tempowechseln daher und übertöne damit die schwer verdaulichen Texte. „In erster Linie geht es der Band beim Musikmachen darum, Gefühl zu transportieren“, lautet die versöhnliche Conclusio.

Die alten Hasen von Razors bilden dann den Höhe- und Endpunkt des Festes. Seit 1977 bringt die Hamburger Band mit Musik im Stil von englischem Punk die Hütten zum Beben.

musikinitiative-villa.org

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