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Wedeler Auwiesenlauf : Lebens-Lauf mit Olympia-Sieger

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Laufen für den guten Zweck: Verein Glio e.V. erhält prominente Unterstützung von Goldmedaillen-Gewinner Dieter Baumann.

Er soll Tradition werden und scheint auf dem besten Weg dorthin – der "Wedeler Auwiesenlauf". Zum zweiten Mal wird am Sonntag, 13. April, in der Rolandstadt gemeinsam für den guten Zweck gelaufen. Diesmal mit prominenter Unterstützung: Dieter Baumann, Olympia-Sieger (1988 Silber, 1992 Gold, jeweils im 5000-Meter-Lauf) und ehemaliger Europameister, ist dabei.

"Ich habe Dieter Baumann ganz frech eine Mail geschrieben, ob er mitmacht – wenige Tage später kam die Zusage", freut sich die Initatorin des Laufs, Martina Lehnert. Der ehemalige Hochleistungssportler hat mittlerweile seine komödiantische Seite entdeckt. Deswegen gibt er auch in Wedel seine Show "Dieter Baumann, die Götter und Olympia" zum Besten. Am Freitag, 11. April, tritt er im Theater Wedel auf, Beginn ist um 20 Uhr. "Es ist toll, dass das Theater uns die Bühne zur Verfügung stellt", sagt die 47-jährige Wedelerin.

Lachen und Laufen für’s Leben: "Die Eintrittsgelder in Höhe von 15 Euro fließen nach Abzug aller Kosten in unseren Verein Glio e.V.", sagt Lehnert. Der Verein ist neu, befinde sich noch in der Gründungsphase. "Wir wollen damit Hirntumorerkrankten und Angehörigen eine Anlaufstelle für Infos und Erfahrungsaustausch bieten", so Lehnert. "Und wir wollen mehr helfen als nur mit Geld." Am Tag des Laufs soll der Verein offiziell vorgestellt werden.

Der Name leitet sich von der Gehirntumorart ab, "Glioblastom". Er gehört, nach Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO), zu den äußerst bösartigen Hirntumoren, Prognosen für Patienten sind generell sehr schlecht. Diese Krebsart wurde vor drei Jahren bei Lehnerts Bruder, Marcus Albrecht, diagnostiziert. Es waren schwere Zeiten für den heute 42-jährigen Appener und seine Angehörigen.

Für Albrecht begann eine neue Zeitrechnung nachdem der Tumor, so groß wie ein Tennisball, aus seinem Kopf operiert wurde. Die OP war erfolgreich, Albrecht hatte Glück im Unglück: Er hatte danach weder Sprachstörungen noch Gedächtnisverlust und konnte laufen. Es folgte eine Chemotherapie, er kämpfte sich zurück in die Normalität und führte darüber Tagebuch bei Facebook. Das half, um mit dem eigenen Schicksal umzugehen.

Seither ist sein Motto: "Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren." Dieses Zitat prangte auch auf den T-Shirts der rund 300 Läufer des Auwiesenlaufs im vergangenen Jahr. Der war ein voller Erfolg: 5510 Euro kamen für die Deutsche Hirntumorhilfe zusammen.

Die T-Shirts sind auch diesmal im Startgeld (zwölf Euro) inbegriffen. Gelaufen wird über Strecken von 2,5 bis zehn Kilometer. Neu ist in diesem Jahr die Kinderrunde. "Alle - Erwachsenen oder Kinder - können laufen, walken oder auch nur gehen, jeder wie er mag", so die Initiatorin. Denn Spaß und guter Zweck sollen im Vordergrund stehen, deswegen messen die Veranstalter auch nicht die Laufzeit.

"Ich hoffe, dass wir mindestens das erreichen, was wir im letzten Jahr geschafft haben", sagt Lehnert. Und fügt hinzu: "Ich freue mich über jeden Läufer der kommt."

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