Nach Bigamie-Vorwurf : Landrat Oliver Stolz: Familiennachzug wurde nie bewilligt

Landrat Oliver Stolz machte deutlich: „Mehrehen sind in Deutschland verboten und aus einer solchen im Ausland geschlossenen Ehe können keinerlei Ansprüche abgeleitet werden.“

Landrat Oliver Stolz machte deutlich: „Mehrehen sind in Deutschland verboten und aus einer solchen im Ausland geschlossenen Ehe können keinerlei Ansprüche abgeleitet werden.“

Die Wählergemeinschaft wirft dem Kreis Pinneberg Unterstützung von Bigamie vor. Nun äußert sich Landrat Oliver Stolz.

shz.de von
31. Januar 2018, 13:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Der Fall hatte bundesweit für Wirbel gesorgt: In mindestens zwei Fällen sollen Syrer im Kreis Pinneberg mit jeweils zwei Frauen und den gemeinsamen Kindern zusammenleben. Das Pikante: In ersten Presseauskünften war zunächst der Eindruck erweckt worden, dass in den Fällen jeweils zunächst die Kinder und dann deren Mutter – also die nach islamischem Recht zweite Frau des Mannes – über Härtefallregelungen nachziehen durften. Der Kreistagsabgeordnete und Vorsitzende der Kreiswählergemeinschaft Pinneberg, Burghard Schalhorn, hatte den Vorwurf erhoben, der Kreis fördere Bigamie und Landrat Oliver Stolz aufgefordert, sich selbst anzuzeigen. Jetzt meldet sich dieser zu Wort und erklärt, dass in diesen Fällen nie Familiennachzug bewilligt wurde.

So kam es zum ersten Fall:

  • Im Mai 2015 reiste der bereits volljährige Sohn einer syrischen Familie mit drei kleineren Geschwistern ein und erhielt Flüchtlingsstatus.
  • Im August 2015 sei deren Mutter mit zwei weiteren Kindern zur Asylantragstellung eingereist und wurde ebenfalls als Flüchtling anerkannt.
  • Im Dezember 2015 kam dann deren Ehemann mit seiner zweiten Ehefrau und zwei gemeinsamen weiteren Kindern an. Dieser wurde im Februar 2016 auch Pinneberg zugewiesen. Somit ist der Familienvater mit zwei Ehefrauen und acht Kindern in Deutschland.

Der zweite Fall:

  • Im Januar 2016 wurde eine syrische Familie, bestehend aus den Elternteilen und zwei Kindern, dem Kreis Pinneberg im Asylverfahren zugewiesen.
  • Die zweite Ehefrau wurde dem Kreis mit drei Kindern als sogenannter „Dublin Fall“ aus Griechenland im Februar 2017 über das Bundesamt zugewiesen, da sie in Griechenland ihren hier lebenden Ehemann angegeben hatte.

Stolz machte deutlich: „Mehrehen sind in Deutschland verboten und aus einer solchen im Ausland geschlossenen Ehe können keinerlei Ansprüche abgeleitet werden.“ Und: „Wir haben allerdings keinen Einfluss auf im Ausland geschlossene Lebensbündnisse.“

Bereits im Sommer 2016 hatte Justizminster Heiko Maas deutlich gemacht, dass nach deutschem Recht nur eine Ehefrau anerkannt wird – verbunden mit möglichen Ansprüchen wie Familiennachzug. Andererseits ist es in Deutschland nicht verboten, mit zwei Frauen parallel ein Beziehung zu führen und Kinder zu haben.

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