Kunstwerke – kraftvoll und sensibel

Im Pavillion des Reepschlägerhauses: Der Künstler Karl-Heinz Boyke mit der Skulptur „Semaphor“, Gips mit Silberfarbe.
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Im Pavillion des Reepschlägerhauses: Der Künstler Karl-Heinz Boyke mit der Skulptur „Semaphor“, Gips mit Silberfarbe.

Karl-Heinz Boyke im Reepschlägerhaus

shz.de von
30. Juni 2018, 16:00 Uhr

Von viel Gedöns um seine Person hält der Maler, Bildhauer, Kurator und Kulturvermittler Karl-Heinz Boyke nicht viel. Lieber lässt der sympathische Hüne mit den sanften Augen seine kraftvollen und sensiblen Arbeiten für sich sprechen. Trotzdem kam die Beauftragte für Bildende Künste vom Förderkreis Reepschlägerhaus, Anna Goldmund, in ihrer Laudatio während der Vernissage seiner Ausstellung in der alten Teestube nicht umhin, die vielen erfolgreichen Stationen des international anerkannten Künstlers preiszugeben und ihre Hochachtung auszudrücken. Boyke freute sich wohl, wehrte sich aber lachend gegen zu viel „Lobhudelei“.

Sehr lebhaft und anschaulich erzählte er dann über seine Arbeit und beantwortete die Frage nach der Bedeutung von „non informell“ in dem Titel seiner Schau „Karl-Heinz Boyke – non informell- Zeitgenössische Kunst“. Er erklärte, dass er auch mit seinem Mentor Walter Arno oft darüber diskutiert habe, wie es möglich ist, eine Struktur zu kristallisieren, um aus dem Schubladendenken der „Informellen Kunst“ herauszukommen. Er wolle das Formale, das bei dieser abstrakten Kunstform aus den Nachkriegsjahren ausgegliedert wurde, wieder als eine Basis unter seine Werke bauen. Um Vertrautes in neue Zusammenhänge zu setzen und um eine andere Wirklichkeit zu erzeugen, erläuterte Boyke die Idee, seinen Stil einfach „non informell“ zu nennen.

Ein ganz wichtiges Kriterium in seiner Kunst sei zudem das Studium der Japanischen Schreibkunst, so Boyke. Begeistert erzählte der Künstler von dem satten Strich der hart aufreiße und dann wieder elegant abschwinge. In seinen Bildern findet sich dieser Stil eindeutig wieder, verbunden mit verborgenen Hieroglyphen.


Skulpturen wunderbar platziert

Die zweite Frage Goldmunds, die mit der Ansprechpartnerin für Bildende Künste des Vereins, Anja Badners, die Ausstellung organisiert, die geheimnisvollen Gemälde und Wand-Reliefs stilvoll gehängt und die edlen Skulpturen wunderbar platziert hatte, forschte nach, „wie locker Boyke es mit dem Unterschied von Skulptur und Plastik“ hält. Er nehme es gelassen, antwortete Boyke und erklärte, dass Skulpturen zwar durch Subtraktion und Plastiken additiv, wie etwa beim Ton, entstehen. Er selber allerdings bezeichne lieber alle seine Werke als „Skulpturen“. Er sei einmal hinter einem stinkenden Plastik- Trabbi hergefahren. Seitdem mag er das Wort „Plastik“ nicht mehr, so der Künstler scherzhaft.


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