Kunstvoller Stadtbummel im Reepi

Anja Badners (rechts) vom Förderkreis Reepschlägerhaus hielt zusammen mit Autorin und Journalistin Maren Schönfeld einführende Worte zu Ausstellungsbeginn.
Anja Badners (rechts) vom Förderkreis Reepschlägerhaus hielt zusammen mit Autorin und Journalistin Maren Schönfeld einführende Worte zu Ausstellungsbeginn.

Ausstellung mit Werken von Hanna Malzahn eröffnet

shz.de von
18. August 2018, 16:00 Uhr

Einen eindrucksvollen Stadtbummel durch Hamburg können Freunde der Kunst ab sofort und noch bis zum 7. Oktober in den Gemäuern des altehrwürdigen Reepschlägerhauses an der Schauenburgerstraße in Wedel erleben. 29 ausgestellte Exponate der Malerin, Autorin und Fotografin Hanna Malzahn mit ihren unterschiedlichen Perspektiven von Hamburger Bauwerken vermitteln dem Besucher im Handumdrehen das Gefühl, auf einem Ausflug durch die benachbarte Hansestadt zu sein. „Tanzende Türme“, „Hamburger Hafenstraße“, die „Cap San Diego“, Hafenkräne, Colonnaden, Elbphilharmonie oder Köhlbrandbrücke sind Motive ihrer Werke. Bei der Vernissage zur Ausstellung unter dem Titel „Hoch- und Tiefdruckgebiete“ mit Arbeiten der Künstlerin führte die Autorin und Journalistin Maren Schönfeld in das Werk der Hamburgerin ein.

„Passend zum Wetter erleben wir hier heute viele Hochdruckgebiete. Aber auch Tiefdrucke“, schmunzelte Schönfeld, ehe sie den Gästen erklärte, worin hier in der Kunst der Unterschied läge. „Beim Hochdruckverfahren, das auf die alten Holzstempel zurück geht, schneidet man die nicht zu druckenden Flächen aus dem Druckstock heraus und lässt nur erhabene Linien und Flächen gedruckt. Tiefdruck bedeutet, dass alle Vertiefungen in einem Druckstock drucken, in welche die Farbe eingebracht, mit schwarzen Platten eingeschwärzt und an den glatten Flächen gesäubert wird“, sagte Schönfeld.

Aber: „Auch beim Drucken gibt es viel Bewegung und Spannung. Oft weiß man nicht, wie es weitergeht“, so die aus Ottensen stammende Buchkritikerin Schönfeld, die ihrer Freundin Malzahn bei der Erstellung ihrer Werke auch das Einbringen einer „universellen Urbanität“ attestierte. Verschiedene architektonische Stile und Details verfremdeter Stadtansichten aus unterschiedlichen Perspektiven seien in Malzahns Bildern integriert. Während sich Architekturelemente auflösen, um sich neu zu erfinden und zu positionieren.

Im Spannungsfeld zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion entstünden laut Schönfeld Verbindungen, Vernetzungen und Verflechtungen. Bezüge zu menschlichen Grenzsituationen und sozialpolitischen Komponenten seien gegeben bei Themen wie Heimat, Ver- und Entwurzelung, Kälte und dem Wohnen im Baukastensystem.

„Man bekommt das Gefühl, hier mitten in der Stadt zu sein“, staunte Besucherin Anneliese Nernst zusammen mit ihrer Freundin Christine Retzlaff-Kumme über die vielfach farbenfrohen Exponate. Sie können täglich außer montags von 15 bis 22 Uhr in den nächsten sieben Wochen besichtigt werden. Der Eintritt ist kostenfrei.

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