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Wedel-Schulauer Tageblatt

15. Dezember 2017 | 23:09 Uhr

Wedel : Kunstmarkt im Rathaus

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

32 Aussteller kamen und präsentierten eine ausgewogene Mischung in allen Preisklassen.

Wedel | Als sich am 2. Dezember 1975 das Kulturforum Wedel gründete, um sich in der Rolandstadt kulturell zu engagieren, schlug auch die Geburtsstunde des Wedeler Kunstmarkts. Anfänglich in der Turnhalle am Rosengarten und später in der Kursana-Residenz untergebracht, ist jetzt das Rathaus Domizil für den Basar. Am Wochenende präsentierten in dem Verwaltungsgebäude an der Bahnhofstraße 32 Kunsthandwerker aus fast dem gesamten Bundesgebiet eine breite Palette an erlesenen Arbeiten.

„Wir achten bei der Auswahl der Künstler auf eine ausgewogene Mischung. Bei uns gibt es Kunsthandwerk in allen Preisklassen, von zehn Euro bis mehr als 1000 Euro“, betonte Kulturforums-Vorsitzende Monika Dohmen. Sie organisiert den Markt seit vielen Jahren gemeinsam mit Annelie Wedemeyer. Malereien, Glasdesign, Drechselkunst, Holzarbeiten, Schmuck, Tiffany, Lampen, Puppen, Buchbindehandwerk und vieles mehr – die Vielfalt ließ kaum Wünsche offen. Zehn Künstler waren zum ersten Mal dabei.

Einer von vielen Blickfängen war die Masken-Ausstellung von Klaus Leder. Der 63-Jährige aus dem Kreis Steinburg war nach fünf Jahren Pause wieder mit von der Partie und ließ sich bei seiner Arbeit auch über die Schulter sehen. Vor seinem Sprung in die Selbstständigkeit im Jahr 1988 hatte er als Maskenbildner 19 Jahre am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg gearbeitet und auch bei etlichen Fernseh- und Kinoproduktionen die Schauspieler „schön“ gemacht.

Zu den bekanntesten Mimen, die von Leders Maskenbildner-Kunst profitierten, gehörten Inge Meysel sowie Götz George, der damals den TV-Kommissar Horst Schimanski spielte. Auch heute noch wird er für Fernsehproduktionen engagiert.

Traditioneller Arbeitsweise

In seinem Atelier in Neuendorf-Sachsenbande produziert Leder ausschließlich nach traditioneller Arbeitsweise: Zuerst entsteht anhand eines Tonmodells ein Gipsnegativ. Darin wird die Maske später mit Papier und Leim auskaschiert. Bei der Herstellung von Ledermasken wird als weiterer Zwischenschritt ein Holz- oder Betonmodell erstellt, worauf das Leder bearbeitet werden kann. Letzter Schritt nach dem Trockenen des Materials ist das Bemalen der Masken. „Jedes Objekt stellt durch diese Arbeitsschritte und die abschließende Farbgebung eine individuelle Arbeit dar“, betont Leder.

Die Werke des Künstlers sind auch in Süddeutschland beliebt, denn viele Fastnachtvereine aus Baden-Württemberg bestellen ihre Masken regelmäßig bei dem Schleswig-Holsteiner.

Bei einer Tombola wurden 100 Preise, alles gespendete Arbeiten der Kunsthandwerker, verlost. Die Einnahmen kommen der Arbeit des Theaters Wedel zugute. Für die Bewirtung der Kunstmarktbesucher mit Kürbissuppe, Kaffee, Kuchen, Schmalzbroten sowie Kartoffelsalat und Würstchen sorgte zum ersten Mal der Verein „Bistro der Gebrüder-Humboldt-Schule“.

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