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Wedel-Schulauer Tageblatt

17. August 2017 | 06:05 Uhr

Holm : Kulturpreis für die Seele des Theaters

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Gaby Lipp ist seit 1996 Chefin der Theaterwerkstatt. Die Mimen haben 20 Stücke in 20 Jahren aufgeführt.

Holm | Bürgermeister Walter Rißler (CDU) war sich am Donnerstagabend im Holmer Dörpshus sicher, „eine würdige Persönlichkeit“ als Trägerin des Kulturpreises der Gemeinde Holm gefunden zu haben. Er ehrte am Donnerstagabend Gaby Lipp, Leiterin, Regisseurin und Schauspielerin der Theaterwerkstatt des Kulturvereins Holm.

„Energisch, zielbewusst und talentiert“, seien die häufigsten Adjektive, die Laudator Marcus Stocker auf die Frage nach drei Worten, die Lipp beschreiben, erhalten habe. „Mir gefallen Dame, Kumpel, Anführerin besser“, sagte ihr Bühnenpartner und ergänzte: „Damit ist eigentlich alles gesagt.“

Stocker berichtete von der ersten Begegnung der Preisträgerin mit dem Team der Theaterwerkstatt 1991. „Eigentlich hat sie eine Beschäftigung für ihren Vater gesucht, und seitdem hatten wir einen hervorragenden Bühnenarchitekten“, so Stocker. Lipp habe irgendwann selbst ein Stück gesehen und ihr Interesse für die Holmer Bühne entdeckt. Vor dem ersten gemeinsamen Sketch, in dem sich Lipp die Fingernägel lackieren musste, sei sie so aufgeregt gewesen, dass sie die Finger kaum getroffen habe. Die Aufregung sei längst verflogen. In 20 abendfüllenden Werken habe Lipp auf der Bühne gestanden. Ihr komödiantisches Talent habe sie besonders bei den Aufführungen des Stücks „Barfuß im Park“ unter Beweis gestellt.

Als an den Rollstuhl gefesselte Frau zeigte sie in „Das Urteil“ eine ganz andere Seite, sagte Stocker: „Ihr gelingt es immer, die Figuren so rauszuarbeiten, dass sie ein Spiegel des Lebens sind“, lobte er. 20 Stücke in 20 Jahren – allein das rechtfertige den Kulturpreis.“

Lipp ist aber nicht nur seine Schauspielkollegin, sondern seit 1996 Leiterin der Theaterwerkstatt und hat bei vier Stücken Regie geführt, in denen sie teilweise sogar selbst auf der Bühne stand. Dabei beweise sie besonderes Einfühlungsvermögen und nehme Anregungen immer auf, um sich zu hinterfragen, so Stocker. „Ihr größtes Talent ist aber, am Abend vor der Premiere zu vermitteln, wir hätten noch zwei Wochen Zeit“, scherzte der Laudator. Es sei ihr Verdienst, dass die Theaterwerkstatt keine Laienschauspielgruppe, sondern Amateurtheater sei. Stocker: „Du bist das Herz und die Seele unserer Theatergruppe.“

Sichtlich gerührt nahm Lipp die Urkunde und den Blumenstrauß von Rißler entgegen. Anschließend durfte sie ihr Bild auf der Ahnentafel der bisherigen Preisträger freilegen. „Ick freu mir“, eröffnete sie ihre Dankesrede. Sie dankte dem Laudator und der Theatergruppe: „Ohne meine Mitstreiter stünde ich heute nicht hier.“

Theaterspielen sei ein zeitaufwendiges aber dennoch angenehmes Hobby, so Lipp. „So schön, lustig und intensiv die Diskussionen bei den Proben auch sind, am Ende steht immer die Aufführung“, so Lipp. Wenn die Uhr dann auf 20 Uhr stehe und der Vorhang aufgehe, gebe es kein Zurück mehr. Das Spiel müsse dann immer von vorn beginnen. Notfalls komme die Geheimwaffe zum Einsatz: Schnittchen. Diese gab es auch bei der anschließenden Feierstunde – ebenso wie zahlreiche Glückwünsche.

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