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Gourmet-Festival : Kulinarisches Spitzenevent im Schulauer Fährhaus

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Das Schleswig-Holstein Gourmet Festival debütierte an der Elbe. Das „Strandgut“ im Schulauer Fährhaus erweist sich als perfekte Kulisse.

Wedel | Das Schleswig-Holstein Gourmet Festival, vor 27 Jahren im äußersten Norden des Landes entstanden, hat das Elbufer erreicht. Rund 100 Gourmets feierten zwei Abende lang die Ankunft des kulinarischen Spitzenevents im „Strandgut“, dem neuen Feinschmeckertempel im ehrwürdigen Schulauer Fährhaus. Das Aushängeschild des multifunktionalen Gastronomie-Ensembles, das Hausherr René Schillag dort seit der Wiedereröffnung des traditionsreichen Wahrzeichens am Strom kreiert, erwies sich als perfekte Kulisse für die Festival-Inszenierung.

Wie es bei gutem Essen nun einmal so ist, startete der Abend in der Küche, in Sichtweite vom Endspurt am Herd. An kleinen Stehtischen kamen dort die Gäste bei Champagner, Fruchtsaft, Wasser oder auch Bier schon mal ins Gespräch. Ein paar kurze Ansprachen zur Begrüßung: Klaus-Peter Willhöft, als „Gastliches Wikingland“-Präsident Spiritus Rector des Events, René Schillag, Hausherr und Gastgeber, als Star des Abends Thomas Kammeier, gefeierter Küchenchef im Berliner Gourmet-Himmel „Hugos“, nicht zuletzt Fährhaus-Maître de Cuisine Franz Jost. Sie schafften es mühelos, den Besuchern den Mund wässrig zu machen.

Auch im Restaurant gab es an diesem Abend für das Festival-Volk ausnahmsweise runde Tische, eindrucksvoll dekoriert, mitten drin fünfarmige Kandelaber, hoch genug, dass die Kerzenflammen niemandem störend vor den Augen herumtanzten.

Als Weinexperte trat Oliver Burschberg erstmal ans Mikrofon. Das tat er vor jedem Gang und erläutere kenntnisreich und detailverliebt die Getränkefolge. Dazu gab es Anekdoten aus dem Leben der Winzerfamilien, manchmal etwas langatmig, aber „die Küche braucht noch etwas Zeit“, entschuldigte er seine Rede.

Fünf Gänge umfasste das von Kammeier ersonnene Menü, jeweils in feierlicher Prozession vom Serviceteam aus der Küche herangetragen. „Carabiniero“ als Vorspeise, nicht etwa italienische Polizistenkost. Ein sehr langes, schmales Schalentier steckt hinter dem Namen. Dazu gab es Melone, Zitrone und Lardo di Colonnata, toscanischen Schmalz, nach dem sich schon die alten Römer die Finger leckten.

Weiter ging es mit Jacobsmuschel, warm mariniert, mit grünem Spargel, Aprikose, Wildkräuter und Orange. Dann folgte Seesaibling, auch als Rotforelle bekannt, sanft gegart und in gegrilltem Lauch mit Saiblings-Kaviar und Meerrettich serviert.

Hauptgericht waren Short Ribs, bei niedriger Temperatur gegart, angerichtet mit Sellerie, gebackenen Zwiebeln und Périgord Trüffel. Und der Nachtisch? Kopfsalat! Marinierte Stiele, dazu karamellisiertes Kondensmilch-Eis, Granny Smith und Sauerampfer-Aufguss. Da war man schon neugierig. Die erstaunliche Kombination überzeugte restlos.

Die Portionsgrößen des 140-Euro-Menus waren von vornehmer Zurückhaltung geprägt. Dafür floss der Wein um so reichlicher. Zu reichlich für den einen oder anderen, der wohl lieber den Kater am nächsten Morgen riskierte, als dem Wirt was zu schenken. Es wurde zeitweilig etwas bierzeltig in der Feinschmeckerlandschaft. Dennoch: Der Abend war ein gelungener Augenöffner für die neuen kulinarischen Dimensionen des alten Fährhauses.

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erstellt am 18.Feb.2014 | 16:00 Uhr

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