Wedel : Künstlerischer Brückenschlag

Güler Oral zeigt Acrylbilder und Aquarelle im Wedeler Rathaus.
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Güler Oral zeigt Acrylbilder und Aquarelle im Wedeler Rathaus.

Güler Oral zeigt unter dem Titel „Heimat“ farbenfrohe Malereien im Wedeler Rathaus. Szenen aus Istanbul, Hamburg und Bodrum.

shz.de von
02. Mai 2015, 16:00 Uhr

„Das sind ja schöne Farben!“ Zur Livemusik von Sükrü Aktoprak, der moderne türkische Lieder zur Gitarre sang, schlenderten die etwa
40 Besucher bewundernd von Bild zu Bild. Die Künstlerin Güler Oral begrüßte die meisten Gäste mit herzlichem Händedruck und Küsschen, immer wieder hörte man die klangvolle türkische Sprache. Viele Freunde waren zur Ausstellungseröffnung ins Rathaus gekommen, zu der das Wedeler Kulturforum eingeladen hatte.

Zu sehen sind enorm farbenfrohe Acrybilder und Aquarelle mit maritimen Motiven und Landschaften sowohl aus Istanbul und Bodrum als auch aus Hamburg. Oral möchte Brücken schlagen zwischen ihren beiden Heimatländern, deren jeweilige Schönheit zeigen. So bereichert sie die eher strenge, farblich gedeckte norddeutsche Landschaft um die heitere Farbenpracht der Türkei. Zwischen 350 und 550 Euro kosten die Werke voller Lebensfreude.

Ein Highlight der Ausstellung sind ihre privaten Schätze, kleine Juwelen auf Seide gemalt und Keramiken. Auf einem langen Tisch präsentiert Oral Schals, Blusen, Bilder und Keramiken. In leuchtenden Farben ranken dort Blumen und flattern kleine bunte Vögel. Noch heute sind diese ornamentalen Motive aus dem 13. Jahrhundert in türkischen Moscheen zu sehen.

Die Künstlerin, deren Vorname „Freundlichkeit“ oder „Heiterkeit“ bedeutet, sagt: „Kunst bedeutet alles für mich. Sie ist mein Lebenselixier.“ Die Motive sieht sie in ihren Träumen: „Ich träume immer von dem großen Garten, in dem ich aufgewachsen bin. Wenn ich die Blumen darin male, bin ich glücklich.“

Die Vorsitzende des Wedeler Kulturforums, Monika Dohmen, begrüßte die Gäste und die gebürtige Türkin, die Mitglied des Wedeler Vereins ist und seit über 50 Jahren im Hamburger Westen lebt. Bürgermeister Niels Schmidt (parteilos) hieß die Anwesenden zur überraschten Freude vieler auf Türkisch willkommen und wies darauf hin, dass alle Bürger eine Gemeinschaft bilden und es deshalb wichtig sei, die Traditionen der anderen Kulturen kennenzulernen. Er wünschte er sich, dass die Ausstellung auch türkische Mitbürger ansprechen und ins Rathaus locken möge. Auf seinen geplanten Türkei-Urlaub freue er sich jetzt noch mehr. Die Ausstellung kann Montag bis Mittwoch sowie Freitag von 8.30 bis 13 Uhr und Donnerstag von 13 bis 19 Uhr besichtigt werden.

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