Vielschichtig im doppelten Wortsinn : Künstlerin Tamara Nickel stellt im Reepschlägerhaus aus

Die Siegerin des ersten Wedeler Kunstpreises während der Arbeit an einem neuen Werk.
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Die Siegerin des ersten Wedeler Kunstpreises während der Arbeit an einem neuen Werk.

Ab Donnerstag, 22. Februar, sind neue Arbeiten der Wedelerin zu sehen.

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15. Februar 2018, 12:00 Uhr

Wedel | Themenorientiert und konzeptionell zu arbeiten ist der Wedeler Künstlerin Tamara Nickel genauso wichtig wie das freie Gestalten. Ihre Collagen und Bilder sind meist Ergebnisse intensiver Auseinandersetzungen. Politik und Zeitgeschehen in Verbindung mit Selbsterlebtem legen sich in Nickels künstlerischer Arbeit in einzelnen Lagen von Farbe, Zeichnung, Handgeschriebenem, Zeitungsausschnitten sowie Fotofragmenten auf die Leinwand und lassen so ein in doppeltem Sinne vielschichtiges Werk entstehen. Ab Donnerstag, 22. Februar, sind neue Arbeiten der Wedeler Künstlerin im Reepschlägerhaus zu sehen.

„Meine expressiven Collagen und gespachtelten Mischtechniken spiegeln das Übereinander und Nebeneinander, das Leuchten und Verdecken des Lebens und die vielen Dinge um mich herum wider“, bekennt Nickel. Mit dem Titel der Schau „Gestern / Heute / Morgen – Es bleibt un(d)verändert“ versucht die Künstlerin, diesen Ansatz einzufangen. „Als politisch engagierte Person ist es ihr wichtig, für unsere Werte, ein freies, liberales, offenes Europa, einzutreten und sie auch in Wort und Bild zu manifestieren beziehungsweise den Verlust aufzuzeigen“, schreibt das Reepschlägerhaus in der Ankündigung über Nickels politische Arbeiten. Anregungen für Themen findet die Künstlerin überall. Der Fall der Mauer bewege sie ebenso wie die Schwierigkeiten, sich im Leben zu orientieren, die Berührungen mit geflüchteten Menschen, der Einfluss von Glauben, der drohende Verlust von Freiheit und freier Meinungsäußerung und der Kampf um die Werte unserer Demokratie, sagt Nickel.

Geboren ist die Wedelerin 1971 in Northeim, Niedersachsen. In Hildesheim studierte sie Grafikdesign. „Aus Sicherheitsgründen“, wie Nickel in einem Gespräch mit unserer Zeitung verriet. Danach machte sie in München, Köln, Düsseldorf, Frankfurt und Hamburg Station, bevor sie schließlich in Wedel sesshaft wurde. Seit den Kölner Zeiten geht Nickel ihren Weg gemeinsam mit ihrem Mann. Das Paar hat zwei Kinder. „Ich bin da zu Hause, wo nette Menschen sind. Davon habe ich hier eine gute Ansammlung getroffen. Das fühlt sich gut an“, sagte sie zufrieden im Tageblatt-Gespräch.

Seit 1991 stellt Nickel ihre Kunst öffentlich aus. Die Liste ihrer Gruppen- und Einzelschauen ist lang. In Wedel war die Kunstschaffende bereits im Rathaus, im Stadtmuseum und 2010 zum ersten Mal im Reepschlägerhaus vertreten. Nickel, die sich 2007 als Grafikdesignerin selbstständig machte, ist seit 2013 Mitglied im Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Hamburg, seit 2015 dort auch im Vorstand. Eine wichtige Bestätigung erfuhr Nickel vor eineinhalb Jahren. Da wurde ihr der erste Wedeler Kunstpreis verliehen. Eine Auszeichnung, die deswegen so besonders ist, weil nicht nur eine Jury über die Vergabe entscheidet, sondern ebenso das Publikum.

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