zur Navigation springen

Geistermusik bringt Geld fürs Theater : Künstler-Forum „ars secumaris“ in Holm

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Auf dem Konzertabend sind Spenden für den Kulturverein Holm zustande gekommen.

shz.de von
erstellt am 22.Feb.2016 | 16:00 Uhr

Wedel | „Das war nicht geisterhaft, das war einfach sagenhaft“, so das Fazit von „Secumar“-Seniorchef Jan-Ulrich Bernhardt am Ende eines virtuosen Konzertes am Freitag im Rahmen des Künstler-Forums „ars secumaris“. Seit vielen Jahren finden in der großen Eingangshalle des Holmer Unternehmens am Bredhornweg immer wieder unterschiedliche, spannende Begegnungen zwischen künstlerischer Kreativität und ebenso kreativer Ingenieurstechnik statt. An diesem Abend hatten Bernhardt, sein Sohn Benjamin, seine Tochter Julia und Ehefrau Eleonore drei hochkarätige Musiker eingeladen. Unter dem Titel „Geisterstunde zu dritt“ entführten der Hamburger Pianist Stefan Matthewes, die Violinistin Harim Chun aus Seoul und Woong-Whee Moon aus Masan in Südkorea am Violoncello die mehr als 150 begeisterten Gäste in die facettenreiche Welt der Klaviertrios. Es war eine Premiere für die Künstler und das Publikum, denn alle drei Musiker arbeiten – zum Teil weltweit – unabhängig voneinander als Solisten oder in großen Orchestern. Für den ersten gemeinsamen Auftritt bei „ars secumaris“ und weiteren zweien im Hamburger Medienbunker hatten sich Matthewes, Chun und Moon für die Klaviertrios der drei Komponisten Joseph Haydn (1732 bis 1809), seinen Schüler Ludwig van Beethoven (1770 bis 1827) und den Bewunderer der beiden Antoni Dvorák (1841 bis 1904) entschieden. Die großen Unterschiede und die Entwicklung der drei Klaviertrios, die in den Jahren von 1797 bis 1891 entstanden, wurden vor Beginn des Konzertes von Julia Bernhardt anschaulich und fachkundig erörtert.

Auch der Hintergrund des Titels wurde aufgedeckt, wird doch Beethovens, in seiner Geschlossenheit vollkommenes Klaviertrio D-Dur wegen des fast außerirdischen Largos auch „Geistertrio“ genannt. Matthewes verstand es nicht nur bei diesem Stück, sondern auch bei Haydns slawisch anmutendem, fulminanten Klaviertrio in C-Dur und bei Dvoráks berühmten Dumpky Trio in sechs kunstvollen, poetischen Sätzen, sich selbst am Steinway Flügel in höchster Sensibilität zurückzunehmen und den pianissimo Klängen von Violine und Cello Raum zu geben. Aber auch in den temperamentvollen, träumerischen, feurigen, elegischen und kraftvollen Passagen faszinierte das Trio mit bravourösem und hoch musikalischem Zusammenspiel. Für das konzentrierte und kundige Publikum war es ein absoluter Hörgenuss, der wunderbaren Musik mit den teils ekstatischen Enden zu lauschen. Auf der anderen Seite war es knisternd still und nur noch das Pizzicato von Chun auf der Violine und Moon auf dem Cello zu hören. Nach einer Zugabe endete die „sagenhafte Geisterstunde zu dritt“ mit ganz viel Beifall und einem Benefit von 1012 Euro für die Theaterwerkstatt des Holmer Kulturvereins. Bertold Zacharias freute sich stellvertretend über die Spende für eine neue Bühnen-Beleuchtung.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert