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Wedel-Schulauer Tageblatt

16. August 2017 | 19:57 Uhr

Kuddelmuddel und komische Vögel

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

„einmal LAbskaus und zurück“ Am Ende eines produktiven Jahres des Malers erscheint Ole Wests erstes Buch mit Matthias Brodowy

Mitte November, Vernissage zur dritten großen Ausstellung von Ole West in Wedel nach der Rückkehr in seine Heimatstadt Ende 2008. Ein Abend im Zeichen der Vogeljagd. Schon kurz nach Begrüßung und Laudatio sind alle abgeschossen. Rote Punkte markieren sämtliche Bilder mit den zauselig gefiederten Malergeschöpfen – verkauft. Vögel – sind sie die neuen Leuchttürme, die West zu internationaler Bekanntheit verholfen haben? „Leuchttürme auf Seekarten, das mache ich immer noch gern. Aber das hatte ich schon in Wedel. Ich wollte etwas anderes zeigen.“ Nicht nur, aber auch die Vögel.

Einer flatterte durch die Geschichte, die der Braunschweiger Kabarettist Matthias Brodowy am Eröffnungsabend zur Magie der Malerei erzählte. Nicht irgendeiner Magie, sondern der von Ole West. Nicht von ungefähr, sondern weil Brodowy-Text und West-Bild quasi symbiotisch harmonieren. Und nicht zufällig, sondern weil die beiden Künstler sich gefunden und gemerkt haben: Das passt. Dann haben sie zusammengeworfen, was zusammen wirkt. Herausgekommen ist ein wunderbares Werk. Ein „Kuddelmuddelbuch“.

Es heißt „Einmal Labskaus und zurück“. Und natürlich ist auch die Geschichte vom Vogel und dem Maler drin. Auch das Buch hat West erstmals bei der jüngsten Vernissage in Wedel gezeigt. Jetzt ist es im Handel. Auf 54 Seiten werden im A4-Querformat Worte gewendet, Gedanken gedrechselt, Fische und Wale fliegen gelassen, wird fantasiert, philosophiert, gereimt, gekocht oder auch einfach mal drauflos gesponnen. Lachen, schmunzeln, nachdenken, sich in Fantasiewelten verlieren, einfach mal schauen: Das Kuddelmuddelbuch ist eine Einladung, sich treiben zu lassen, mitzukommen auf Reisen, Dinge anders zu sehen. Und auf dem Umschlag – richtig, auch da zwei Vögel.

Übrigens hat der notorische Schaffensdrang von West auch vor der Gitarre von Brodowy nicht Halt gemacht. Aus seiner Zwölfsaitigen ist selbst ein Exponat geworden – ein Gebrauchskunstwerk, unverkäuflich. Wer nun meint, die 70 bis dato ungezeigten neuen Bilder der Wedel-Ausstellung und das neue Buch seien bereits Ausdruck hoher Produktivität, der hat nicht in Wests Kalender und Kulturseiten anderer Zeitungen geschaut.

Am ersten Advent hat West seine jährliche Ausstellung im Hafenatelier im niedersächsischen Greetsiel eröffnet. Davor liegen Sammel- und Einzelausstellungen, etwa in der Elbschloss-Residenz Hamburg. Auch ein Projekt, das er lange im Kopf hatte und „endlich raushaben wollte“, ist West 2016 angegangen: Seine Auseinandersetzung mit Horst Janssen, in dessen Werk er „herumgewildert“ hat wie der Hamburger Maler selbst es mit der „Kopie“ in der Kunstgeschichte gemacht hat. Der Musik widmet sich West ebenfalls immer noch, greift auch selbst in die Saiten. Um die jüngste Jahreswende etwa hat er mit seiner Frau Elke, Verlegerin und Musikerin, und Brodowy eine Matinee zu seiner Ölbilder-Ausstellung im Albert-König-Museum in Unterlüß gestaltet. Und zuletzt hat er, wieder an Stift und Pinsel, eine Serie von illustrierten Textzitaten, die das Blues-Festival im Mai 2017 in Eutin begleiten sollen, gestaltet.

Und jetzt? Kurz durchatmen und auf zu neuen Ufern. „Landfall“, die ersten Land-Silhouetten, die Seeleute nach langer Fahrt erkennen – ihnen will sich West jetzt verstärkt widmen. Ein Bild der aktuellen Ausstellung bei der Stadtsparkasse ist bereits zu diesem Thema entstanden. „Und wer weiß, vielleicht sitzt da dann ja auch mal wieder ein Vogel auf einem Pfahl“, sagt West.


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erstellt am 16.Dez.2016 | 16:00 Uhr

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