Geplante Verkehrsberuhigung : Kritik an Tempo-30-Zone in Wedel: MIT-Chef schießt gegen Hamburg

Tempo 30 und bauliche Verkehrsberuhigungsmaßnahmen auf dem Tinsdaler Heideweg und Tinsdaler Kirchenweg sieht die MIT als schädlich für Bürger und Unternehmen an.
Tempo 30 und bauliche Verkehrsberuhigungsmaßnahmen auf dem Tinsdaler Heideweg und Tinsdaler Kirchenweg sieht die MIT als schädlich für Bürger und Unternehmen an.

Geplante Verkehrsberuhigung am Tinsdaler Heideweg: Christian Fuchs spricht von „Egoismus“ und „Rückfall in die Kleinstaaterei“.

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07. März 2018, 16:30 Uhr

Wedel | Die einen drücken auf die Bremse, die anderen bringt genau das mächtig in Fahrt. Die Mittelstandsvereinigung (MIT) im Kreis Pinneberg kritisiert in harschen Tönen die geplante Umwandlung von Tinsdaler Heideweg und Tinsdaler Kirchenweg in verkehrsberuhigte Tempo-30-Zonen. MIT-Kreischef Christian Fuchs spricht von Egoismus und bezeichnet das Vorhaben als kontraproduktiv für die Metropolregion. „Wenn die Verantwortlichen in Hamburg nur bis zur Landesgrenze denken, ist das ein Rückfall in die Kleinstaaterei“, so Fuchs.

Wie berichtet sollen bereits im April die Arbeiten im Tinsdaler Heideweg beginnen – mit einer zweimonatigen Komplettsperrung zwischen Tinsdaler Kirchenweg und Flerrentwiete. Und das, obwohl der Verkehr aufgrund der B 431-Sanierung am Ortsausgang auf der Hauptader der drei Trassen zwischen Hamburg und Wedel aktuell ohnehin stark behindert ist. Koordination? Fehlanzeige. Fuchs appelliert an Hamburg, den Tinsdaler Heideweg nicht zu sperren: „Statt Schikane wünsche ich mir Zusammenarbeit. Statt Verkehrskollaps besser eine abgestimmte Verkehrsplanung. Vom Miteinander profitieren beide Seiten“, so der MIT-Vorsitzende.

Schädlich für Bürger und Unternehmen

Fuchs sieht indes auch die Tempo-30-Zonen, die dann entstehen, als äußerst kritisch an: Bebauung und Infrastruktur von Wedel und Hamburgs Westen seien längst zu einer Einheit zusammengewachsen: „Tempo-30-Zonen in Rissen betreffen somit auch Wedel und würden einen vernünftigen Verkehrsfluss weiter behindern. Das ist schädlich für Bürger und Unternehmen.“

Deutliche Worte findet Fuchs auch für die Rissener Bürgerinitiative, die vor rund eineinhalb Jahren gegen den zu erwartenden Mehrverkehr durch den Businesspark mobil gemacht hat. „Ein derart egoistisches Denken ist inakzeptabel. Hier schimmert das St. Florians-Prinzip durch: Hauptsache, man selbst kann seine schicken Villen am Falkenstein erreichen. Der Rest des Verkehrs soll bitteschön woanders fließen“, so Fuchs.

Für ihn sind Tempolimit und Verkehrsberuhigung Hemmschuhe für Wedels Stadtentwicklung. Ebenso die Klagen gegen den Businesspark-B-Plan. „Hamburg ist eine Handvoll Inhaber von Luxus-Immobilien am Elbhochufer, die viel Geld für gute Anwälte haben, wichtiger als das Entstehen von Arbeitsplätzen in Wedel, die insbesondere Handwerkern aus der ganzen Region Lohn und Brot bringen würden“, sagt Fuchs. „So stellen wir uns Zusammenarbeit in einer Metropolregion nicht vor.“

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