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Sozialarbeit in Wedel : Kritik an den Kita-Sparmaßnahmen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Kitas und Stadtverwaltung bewerten sozialpädagogische Betreuung. Stundenkontingent war 2015 gekürzt worden.

shz.de von
erstellt am 03.Jun.2016 | 13:00 Uhr

Wedel | Angesichts der Haushaltslage der Stadt Wedel kürzte die Politik die Mittel für die Sozialarbeit an Kitas ab dem 1. August 2015 um die Hälfte – von 1,5 Wochenstunden pro Regelgruppe auf 0,75. Verwaltung und Kita-Leitungen haben die Auswirkungen der Sparmaßnahmen und die Qualität der Betreuung im allgemein jetzt genauer unter die Lupe genommen. Das Fazit: Der Bedarf nach Sozialarbeit nimmt – auch aufgrund der Flüchtlingskrise – zu. Die Sparmaßnahmen erschweren notwendige Betreuung, der Organisationsaufwand steht teils in keinem Verhältnis zum Ergebnis.

Einen Teil der Betreuung an den Kitas übernehmen die Sozialarbeiterinnen, die hauptsächlich an den Schulen tätig sind. Drei Fachkräfte sind somit für insgesamt 1422 Kinder zuständig, bei einem Kontingent von 90 Stunden in der Woche. 40 Stunden sind für die Kitas vorgesehen – nach Einschätzung der Tagesstätten-Leiter zu wenig für eine kontinuierliche Betreuung. Laut Bericht sei es daher sinnvoller, die Arbeit der Schulsozialarbeiterinnen auf den Übergang von Kita zur Schule zu konzentrieren. Ein Teil der Stunden könnte dann Moorweg- und Altstadtschule zugeschlagen werden.

Gekürzt wurde das Budget für das zweite Standbein der Sozialarbeit – Betreuungsstunden, die von den Kitas zusätzlich bei der Stadt beantragt werden können. Angesichts des Fachkräftemangels haben viele Kitas Schwierigkeiten geeignetes Personal für so wenige Wochenstunden zu finden.

Grundsätzlich betont der Bericht: „Der Handlungsspielraum wurde deutlich eingeschränkt, die Mittelverwendung musste sich auf dringend notwendige Maßnahmen beschränken. Themenabende wurden nur noch in geringem Umfang durchgeführt.“ Beratung und Begleitung seien nicht im erforderlichen Ausmaß möglich, eine intensive Betreuung der Familien im Sinne der ursprünglichen Zielsetzung nicht mehr machbar. Aufgrund des organisatorischen Aufwands würden einige Kitas keine Stunden mehr beanspruchen. „Dies soll aber auf keinen Fall so gedeutet werden, dass kein Bedarf vorhanden ist“, so die Kita-Leiter in einer Stellungnahme. Auf finanzielle Forderungen verzichten die Pädagogen bewusst. Sie plädieren aber für eine effektivere Verteilung der Mittel und geringeren Verwaltungsaufwand.

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