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Wedel-Schulauer Tageblatt

20. August 2017 | 21:46 Uhr

Wedel : Krimiabend mit Überraschungseffekt

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Hinter der raubeinigen Bella Block steckt eine zierliche Autorin: Die Lesung von Doris Gercke lockte zahlreiche Besucher ins Schweinske.

Der eigentliche Star war gar nicht wirklich da: Bella Block, die resolute Kriminalistin. Dennoch hatte gerade sie an diesem Abend viele Gäste ins Restaurant Schweinske in der Bahnhofstraße gelockt, die sich dann auch schnell als Fans der Fernsehserie outeten. Für manche war es eine Überraschung, aus dem Munde der Autorin Doris Gercke zu hören, dass deren Romanfigur mit der von Hannelore Hoger verkörperten raubeinigen und trinkfesten Polizistin nur den Namen gemein hat.

Gercke präsentierte unter der Überschrift „Zwischen Nacht und Tag“ Auszüge aus einem noch unveröffentlichten Roman sowie früheren Krimis. Die zierlich wirkende Frau las sehr eindringlich. Das machte es spannend. Mit wenigen Worten gelang es der Schriftstellerin, ihre Romanfiguren als glaubwürdige Charaktere zum Leben zu erwecken. Die sehr schlichte Sprache passte zu den einfachen Milieus der Handlungen, ob Kiosk mit Lottoannahme oder altmodische Kneipe in Hamburg oder Polizeieinsatz von Frontex an fernen Grenzen Europas.

Filme haben nichts mit den Geschichten zu tun

Für Hogers Bella Block hatte Gercke freundlich lobende Worte übrig, auch für die Schauspielerin selbst, die sie für die ideale Besetzung der Rolle hielt. Allerdings machte die Autorin keinen Hehl daraus, dass die Fernsehproduktionen nichts mit ihren Geschichten zu tun habe. Diese Diskrepanz interessierte das Publikum sehr. Das zeigten die Fragen an die Autorin, die sie im Anschluss an ihre Lesung beantwortete.

Überhaupt waren die Zuhörer sehr aufmerksam bei der Sache. Dabei hatte Mancher erst beim Betreten des Restaurants erfahren, dass hier an diesem Abend Eintritt zu zahlen sei für eine Veranstaltung vom Kulturforum Wedel.

Elisabeth Kremer war als Wedeler Neubürgerin und zugleich neues Mitglied des Kulturforums da, obwohl sie sich eigentlich nicht für Krimis interessiert. Anders Dieter Napiwotzki, der die Verfilmungen nicht gesehen hat, aber für Gerckes Bücher schwärmte: Das Menschliche, sozial Engagierte fasziniere ihn daran, hob er hervor. Monika Dohmen, die Vorsitzende des Kulturforums, war denn auch sehr zufrieden. Die Pause benutzte sie zu angeregten Gesprächen mit zahlreichen Gästen, unter ihnen auch Andrea Koehn von der Stadtbücherei.

Ganz zum Schluss ihrer Lesung hatte Gercke noch eine Überraschung für ihre Zuhörer bereit: Sie outete sich als Dichterin. Witzig waren ihre Verse, auch nachdenklich stimmend, hier und da Missstände anprangernd. Aber meistens ging es um das Thema, das die Poesie seit eh und je wie kein zweites beflügelt: um die Liebe.

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erstellt am 18.Okt.2013 | 16:00 Uhr

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