Businesspark : Kreisel-Idee wurde schon 2012 von der Wedeler Verwaltung begraben

Ampel statt Kreisel: In seiner Neujahrsansprache hatte Stadtpräsident Ulrich Kloevekorn die Lösung für die Einmündung in den künftigen Businesspark an der Industriestraße mit deutlichen Worten kritisiert.
Ampel statt Kreisel: In seiner Neujahrsansprache hatte Stadtpräsident Ulrich Kloevekorn die Lösung für die Einmündung in den künftigen Businesspark an der Industriestraße mit deutlichen Worten kritisiert.

Die Planung für die Erschließung des Businessparks sah immer eine Ampelanlage vor. Der Bau beginnt kommende Woche.

shz.de von
09. Januar 2018, 12:30 Uhr

Wedel | Die geplante Ampelanlage an der Kreuzung Industriestraße / Tinsdaler Weg / Elbring: Spätestens seit der Neujahrsrede von Stadtpräsident Ulrich Kloevekorn (CDU) darf sie wohl als „umstritten“ bezeichnet werden. Kloevekorn sieht in ihr ein Beispiel für „mangelnden Erneuerungswillen“ in der Stadt (wir berichteten). Der Christdemokrat kritisierte eine Verzagtheit, eingefahrene Wege zu verlassen und überlegte laut, ob das Gutachten pro Ampel und kontra Kreisverkehr tatsächlich ergebnisoffen oder von einer „Ampellobby“ gesteuert sei. Fakt ist: In der kommenden Woche will die Stadt das monatelange Provisorium an dem Knotenpunkt beenden und die Ampel endgültig installieren lassen.  

Dabei war die Verwaltung selbst alles andere als begeistert, als bereits in ersten Entwürfen zum B-Plan Businesspark plötzlich eine Ampel auftauchte. Das war 2012. Eigentlich hatten Stadt und Politik einen Kreisverkehr in die Vorplanung geschrieben. Gutachter des Verkehrsplanungsbüros Argus hatten jedoch in ihrer verkehrstechnischen Stellungnahme zum Businesspark festgestellt, dass die Fahrzeugbelastung dafür zu hoch sei. Eine Erkenntnis, die den damaligen Bauamtschef Klaus Lieberknecht offenkundig nicht zufrieden stellte. Für ihn sei die Erschließung im Nordwesten „noch nicht am Ende der Diskussion“, merkte er bei der B-Plan-Entwurfsvorstellung an. Neue Planungen oder Gutachten wurden seither indes weder von Verwaltungs- noch von politischer Seite angestoßen.

Kloevekorn betont denn auch, es gehe ihm nicht darum, demokratische Entscheidungen nachträglich abzuändern oder sich aus der Verantwortung zu ziehen. Tatsächlich zählte auch die CDU 2015 zur breiten Mehrheit, die das Bauprogramm verabschiedet hat, wonach die Kreuzung Industriestraße/Tinsdaler Weg umgebaut werden soll „zu einem mehrspurigen, vierarmigen, lichtsignalgesteuerten Knoten“. Zwar habe er selbst stets nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt, so Kloevekorn. Dennoch würde er einige Entscheidungen heute so nicht mehr treffen und wünsche sich mehr kritische Reflexionen auch von Experten-Meinungen. In punkto Businesspark-Erschließung favorisiert der Christdemokrat heute etwa klar die Kreisellösung. Auch aus der Erfahrung mit der provisorischen Ampel. Zudem sei er seit der Ampelschaltung immer wieder von Bürgern gefragt worden, warum kein Kreisel gebaut werde.

Auf Anfrage von shz.de erklärte dazu Stadtsprecher Sven Kamin: „Nach Ansicht der Gutachter hätte es gerade in den Morgenstunden durch den Pendlerverkehr Phasen gegeben, in denen Fahrzeuge, die aus der Industriestraße in den Businesspark fahren, die Zufahrt vom Tinsdaler Weg aus Wedel in den Kreisel über Gebühr blockiert hätten, so dass mit unverhältnismäßigen Rückstaus zu rechnen gewesen wäre.“ Die neue Ampelanlage dagegen schaffe eine Verkehrsregelung der Fahrzeugströme, die auch dann noch leistungsfähig genug sei, wenn das wichtige Wirtschaftsprojekt Businesspark Elbufer in voller Auslastung betrieben werde.

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