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Wenn aus Müll Kunst wird : Kreativer Umgang mit dem Müll

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

„Sichtbar machen“: In Wedels Stadtmuseum sind zwei Ausstellungen zu sehen, die aus Abfall Kunstobjekte kreieren

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2015 | 10:00 Uhr

Der Plastikmüll soll nicht nur wieder- beziehungsweise aufgewertet werden. Es geht auch darum aufzurütteln, zum Nachdenken anzuregen, Botschaften zu transportieren. „Wenn aus Müll Kunst wird“: Unter diesem Motto haben sich Schüler des 12. Jahrgangs der Gebrüder-Humboldt-Schule in kreativer Weise mit dem großen Problem des horrenden Plastikabfalls auf und in den Meeren auseinander gesetzt. Die teils witzigen, teils verblüffenden, immer originellen Exponate sind noch bis kommenden Sonntag im Obergeschoss des Stadtmuseums zu sehen. Bei großem Interesse möglicherweise auch länger, räumt Museumsleiterin Sabine Weiss ein.

Jutebeutel statt Plastiktasche ist bei ihnen selbstverständlich, berichten die Ausstellerinnen Bente Clasen, Fenja Goldmann, Marius Mathies und Aaaron Benkowitz. Was die Schüler bei ihrer Recherche allerdings umgehauen hat: Dass es bereits ganze Inseln aus Plastik gibt, die im Ozean schwimmen. Die erschreckenden Erkenntnisse auch beispielsweise darüber, dass Meerestiere an kleingeriebenem Plastikmüll verenden, beantworten die Jugendlichen mit Recycle-Kunst, die Fragen stellt. „Unter der Tüte sind die Verantwortlichen“ steht auf einer kreischbunten übergestülpten Plastikhaube. Hebt man die Tüte hoch, kommt ein Berg an CDs zum Vorschein: Der Betrachter erkennt sich selbst.

Auf einem Bügel hängt ein Objekt, das sich mit der Modewelt auseinandersetzt. Das Kleid erinnert ans Meer, denn die Schüler haben aus Plastiktaschen gezwirbelte Schnüre wie ein Fischernetz verknüpft. In den Maschen hängen Origamis als Accessoires, aus Tetrapackabfall und alten Fotos gefaltet. Der Müll kommt nicht nur aus der Industrie, sondern von jedem einzelnen, so die Botschaft.

Im Untergeschoss in einer Vitrine zeigen Schüler der 1. bis 3. Klasse der Altstadtschule, was ihnen zum Thema Verpackungsmüll einfiel. Sie bauten fantastische Gebäudemodelle aus Abfall und nannten ihre Kunstwelt: „Ferien auf Alpha Centauri“.


Kunst, die sichtbar machen will

Gleich daneben großformatige Fotos zweier Hamburger Künstlerinnen. „Angeschwemmt“ haben sie ihre Beschäftigung mit Müll aus dem Meer benannt. Grafik-Designerin Chris Herms-Glang hatte die künstlerische Idee zu den Arbeiten, Fotografin Adele Marschner setzte die Objekte kongenial in Szene. Am Strand von St. Peter-Ording wehte der Wind strohige, harte Plastikbüschel in leuchtenden Farben vor die Füße von Herms-Glang. Die Kunstpädagogik-Studentin arbeitete den Abfall, meist Todesfallen für Meerestiere und Vögel, zu auffälligen Perücken um. Auf dem Kopf von drei Studentinnen, die in weißen Overalls oder schwarzen Gymnastikanzügen steckten, kam der Plastikmüll zurück an seinen Fundort. Mit der Ästhetik der Modefotografie eingefangen liegen auch die Modelle mit ihren Perücken häufig wie angeschwemmt am Saum des Wassers.

„Sichtbar machen“ könne als Motto über der Gesamtschau stehen, so Museumsleiterin Weiss. Angeschoben wurden die Projekte vom Klimaschutzfonds Wedel, der gerade die erste Umweltwoche der Stadt organisiert.

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