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Wedel-Schulauer Tageblatt

19. Oktober 2017 | 01:00 Uhr

Wedel : Kreative Meile im Rathaus

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Kunstmarkt des Kulturforums ist erneut ein Publikumsmagnet. 29 Kreative locken an zwei Tagen zahlreiche Besucher an.

shz.de von
erstellt am 09.Nov.2015 | 10:00 Uhr

Wedel | Seit 40 Jahren trägt das Kulturforum Wedel zu einem lebendigen Kulturleben in der Rolandstadt bei. Und zum inzwischen elften Mal hatte der Verein zum Kunstmarkt ins Rathaus eingeladen. Anlass für Wedels Bürgermeister Niels Schmidt, sich zu bedanken. Er freue sich, dass das Rathaus nicht nur für Amtsgeschäfte, sondern auch für die Kunst genutzt werde und dadurch Menschen angesprochen würden, die sonst vielleicht nicht in das Gebäude kämen.

Wie eigentlich nicht anders zu erwarten, war der Markt an beiden Tagen sehr gut besucht. So gingen auch die Lose der Tombola, für die die Künstler Sachpreise gespendet hatten, weg wie warme Semmeln. Der Erlös kommt dem Theater Wedel zugute. Für den kleinen Snack zwischendurch sorgte der Mensaverein der Gebrüder-Humboldt-Schule mit Getränken, leckerem Kuchen und knackigen Würsten.

Auf drei Ebenen präsentierten die insgesamt 29 vorwiegend norddeutschen Künstler ihre vielfältigen kreativen Werke. Das Spektrum reichte weit, von Lithografien über Textildesign, Malerei, Filz, Schmuck, Seidenschals, Hüte, Holz- und Metallarbeiten, Puppen, Skulpturen, Glasdesign bis hin zu Papierarbeiten. Auffällig waren das hohe Niveau der handwerklichen Arbeiten und die Liebe zum Detail wie bei den in Buchdeckel eingearbeiteten zarten Blütenblätter am Stand der Buchbinderin Silke Menzel und den kleinen gefilzten Tierchen von Karen Borchers. Die Wedelerin wusste außerdem zu jeder fantasievollen Figur eine kleine Geschichte zu erzählen.

Fragile Objekte aus Altglas präsentierte Bernd Rutkowski. (Foto: Falkenberg)
Fragile Objekte aus Altglas präsentierte Bernd Rutkowski. (Foto: Falkenberg)
 

Die mehrfach für ihre Arbeit ausgezeichnete Puppenmacherin Ursula Leukefeld hatte eine Auswahl ihrer schönen Porzellanpuppen mitgebracht. Die Hamburger Künstlerin fertigt sie nach klassischen Vorbildern aus der Zeit um 1900 und kleidet sie in alte Stoffe. Puppen seien Kulturgeschichte, an ihnen könne man gesellschaftliche Entwicklungen erkennen, sagt sie. Die Wedeler Malerin Lucia Albrecht stellte farbenfrohe Lithografien mit Strandläufern, Malerei und Collagen aus. Die maritimen Elemente und Motive sind typisch für die Arbeiten der gebürtigen Cuxhavenerin, die gern mit unterschiedlichen Materialien experimentiert.

Auch Renate Eusterbrock-Linke hat ihren ganz eigenen Weg gefunden. Die ausgebildete Gewandmeisterin malt Bilder mit Textilien. „Stoffe sind meine Leidenschaft“, sagt die gebürtige Schlesierin. Anke Schümann nennt ihre Arbeiten „Gute-Laune-Schmuck“, sie arbeitet mit verschiedenen Garnen, mit denen sie um Schmucksteine herum strickt, knotet, häkelt und näht. Heitere Stimmung herrschte auch am Stand der Pinneberger Hutmacherin Jutta Schepers, wo ihre formschönen Unikate von Kopf zu Kopf wanderten. Wie unterschiedlich Glaskunst aussehen kann, bewiesen die Arbeiten von Leif Sköld und Bernd Rutkowski. Während der gebürtige Schwede Sköld mit massiven aufwändigen Kombinationen aus Glas, Altholz und Metall beeindruckt, kreiert der Schneverdinger Künstler fragilere Objekte aus Altglas wie nahezu zarte Glassterne und Schalen. Keine Frage, der Kunstmarkt ist eine Bereicherung für das Wedeler Rathaus.

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