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Wedel-Schulauer Tageblatt

17. November 2017 | 18:46 Uhr

Kraftwerk: „Wedeler haben die Nase voll“

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Beschluss Rat verabschiedet einstimmig Resolution zum Kohlemeiler

shz.de von
erstellt am 01.Jul.2017 | 16:00 Uhr

Die Zeit, die sich SPD, Grüne und Linke als Initiatoren nehmen wollten, um die übrigen Parteien mit ins Boot zu holen, war offenbar gut investiert: Am Donnerstag standen die Namen aller Fraktionen über der Resolution zum Wedeler Kohlekraftwerk, und der Beschluss fiel einstimmig aus.

Das verabschiedete Papier kommt zudem jetzt schlanker daher: „Der Rat der Stadt Wedel fordert die Freie und Hansestadt Hamburg dazu auf, das Heizkraftwerk Wedel nur noch in der Heizperiode zu nutzen und nicht – so wie aktuell – ganzjährig zur Stromerzeugung.“ So lautet der erste Punkt. Zudem soll Hamburg schnellstmöglich einen endgültigen Ersatz für das Kraftwerk realisieren, Wedels Pläne zur Nachnutzung des Areals unterstützen und den Mitarbeitern des Meilers nach Schließung eine Weiterbeschäftigung anbieten.

Adressiert ist die Resolution nicht nicht an Betreiber Vattenfall, sondern an die Hansestadt, da diese 2019 das Fernwärmenetz inklusive Erzeugeranlagen übernimmt. „Wir wissen nicht, wie Hamburg mit dieser Resolution umgeht. Umso wichtiger ist es, dass sie einstimmig verabschiedet wird. Das erhöht die Chancen, dass sie ernst genommen und unsere Vorschläge gehört werden“, so Olaf Wuttke, Vorsitzender der Grünen-Fraktion.


„Ende eines viel zu langen Schweigens“


Auch SPD-Parteichef Lothar Barop betonte die BEdeutung der Einigkeit im Wedeler Rat. Zeit seines Bestehens sorge das Kraftwerk für Ärger: durch Kohlestaub, Schwermetalle, Schwefel und als Krönung nun durch säurehaltige Niederschläge. „Die Bürger haben die Nase voll und das Recht, ohne solche Belästigungen leben zu können“, sagte Barop.

„Wir Wedeler leiden unter einem Kraftwerk, das ausschließlich Hamburger versorgt. Daher sind wir dringend aufgefordert, etwas zu tun“, befand auch FDP-Fraktionsvorsitzende Renate Koschorrek. Die CDU könne der Resolution ohne Problem folgen, allerdings gehe sie ihr nicht weit genug, sagte Planungsausschusschef Michael Schernikau mit Blick auf den Jamaika-Koalitionsvertrag im Land mit seinem Abschaltungs-Passus (wir berichteten). Eine Standortaufgabe wäre sehr wünschenswert, so Schernikau. Wedel habe bereits bei der F-Plan-Neuaufstellung 2005 signalisiert, dass der Stadt an einer Wohn- und Gewerbe-Nachnutzung gelegen sei. Für die WSI betonte auch Birgit Neumann-Rystow: Es sei wichtig, dass Wedel die Planungshoheit behalte.

Detlef Murphy schließlich konstatierte als Fraktionschef für die Linke: „Eine Resolution ist ein Stück kommunaler Selbstbehauptung und sie beendet ein viel zu langes Schweigen des Rats zu diesem Thema, in dem wir bisher der Verwaltung das Handeln überlassen haben.“

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