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Wedel-Schulauer Tageblatt

22. August 2017 | 17:15 Uhr

Kraftwerk: Kompromiss in Sicht

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

PArtikelausstossNeues Messverfahren geplant

Im Streit um die toxikologische Bewertung des Kraftwerksausstoßes scheint ein Kompromiss gefunden: Noch vor der Revision im Mai, in der die Anlage runtergefahren wird, soll eine neue Langzeitmessung im unmittelbaren Umfeld des Vattenfall-Meilers am Wedeler Elbhochufer gestartet werden. Darauf verständigten sich Vertreter vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR), Betreiber Vattenfall und der Bürgerinitiative (BI) „Stopp! Kein Mega-Kraftwerk Wedel“ mit ihrem Gutachter Christian Tebert in einem Gespräch am Tisch von Umweltminister Robert Habeck (Grüne).

Vertreter von Grünen und SPD berichteten im Rat von dem Treffen, über das Habeck selbst Bürgermeister Niels Schmidt am Donnerstagnachmittag informiert hatte. Ziel sei demnach gewesen, ein Verfahren zu finden, das alle Parteien anerkennen. Wie berichtet hatte Tebert in seinem von der BI beauftraten zweiten Gutachten zum Kraftwerksdreck unter anderem methodische Mängel moniert. Er hatte Partikelmessungen per Bergerhoff-Verfahren gemäß der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) gefordert, wie sie das Bundesimmissionsschutzgesetz vorschreibt. Eben dieses Verfahren soll jetzt zur Anwendung kommen. Geplant sind vier Messpunkte, die über ein Jahr Ergebnisse bezüglich einer möglichen Gesundheitsgefährdung durch die Auswürfe liefern sollen. Das LLUR schließt eine solche nach gutachterlicher Untersuchung aus, Tebert dagegen warnt vor Gefahren und kritisiert, dass verschiedene Schadstoffe ungenügend berücksichtigt seien.


BI begrüßt weitere Untersuchung


Die BI begrüßte gestern ausdrücklich die neue Messung: „Super, nichts anderes haben wir gewollt“, sagte Sprecherin Kerstin Lueckow am Tageblatt-Telefon. Neben der Festlegung der zu untersuchenden Stoffe gelte es nun, zügig geeignete Standorte bei besonders betroffenen Anwohnern zu finden. Die BI habe sich bereits auf die Suche gemacht nach Grundstückseignern, die der Aufstellung der Auffangbecher für den Staubniederschlag zustimmen.

Ministeriumssprecherin Nicola Kabel bestätigte auf Tageblatt-Anfrage, dass es vier Messpunkte geben soll Das detaillierte Konzept der Untersuchung sei noch in der Abstimmung. Zudem liefen Gespräche mit Vattenfall in Sachen Finanzierung der zusätzlichen Messung.

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erstellt am 25.Feb.2017 | 16:00 Uhr

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