AstraZeneca : Kraftfutter für Wedels Steuerriesen

Verpackung und Distribution: Dieser Bereich boomt bei AstraZeneca Deutschland.
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Verpackung und Distribution: Dieser Bereich boomt bei AstraZeneca Deutschland.

Sechs Millionen Pillenpackungen pro Jahr zusätzlich: AstraZeneca-Großauftrag stärkt den Standort. 30 neue Arbeitsplätze.

shz.de von
05. Juni 2014, 10:00 Uhr

Wedel | Verpackung, Lager und Distribution von AstraZeneca: Ein Bereich, der zunehmend zum wichtigen Standortfaktor für die Deutschland-Niederlassung des weltweit agierenden Pharma-Riesen wird. Wie Unternehmenssprecherin Kristin Breuer gestern mitteilte, werden ab 2015 15 europäische Länder aus dem Tinsdaler Weg 183 mit Diabetes-Produkten beliefert. Dies bedeutet einen Zuwachs des Produktionsvolumens durch diesen Produkt-Bereich um rund sechs Millionen Pillen-Packungen pro Jahr. Ein Auftrag der Konzernzentrale, der ein Plus an Arbeitskräften für Wedel mit sich bringt: Laut Breuer wird der Verpackungs- und Logistiksektor um 30 Stellen auf künftig 200 Arbeitsplätze erweitert.

„Die Diabetes-Tabletten werden ab 2015 am Standort Wedel verpackt und von dort ausgeliefert, unter anderem an Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Benelux und erstmalig auch Polen“, so die Unternehmenssprecherin.

Noch 2008 hat AstraZeneca aus Wedel lediglich den deutschsprachigen Markt mit Medikamenten versorgt. Erst im September 2013 hatte AstraZeneca Wedel den Zuschlag für einen Großauftrag bekommen. Ab Ende 2014 werden zwölf Millionen Einheiten eines Medikaments gegen Bluthochdruck in der Rolandstadt verpackt und versendet. Das Produktionsvolumen liegt laut Breuer mit dem neuen Auftrag bei insgesamt 45 Millionen Packungen jährlich. Durch die Diabetes-Produkte könnten sinkende Volumina bei anderen Produkten etwa durch auslaufende Patente, kompensiert werden.

Dirk Greshake, Geschäftsführer von AstraZeneca, zur neuerlichen Entscheidung für Wedel: „Wir freuen uns sehr über diesen Auftrag, er ist eine Anerkennung für die bisherige exzellente Arbeit und bedeutet zugleich eine Zukunftsinvestition in den Standort.“

Laut Heiko Möhle, Leiter des Produktionswerks, würden die Vorbereitungen für die neuen Produktgruppen bereits „auf Hochtouren laufen“. Insgesamt brauche es für die Belieferung der verschiedenen Märkte 250 neue Verpackungsvarianten: „Derzeit werden die notwendigen Lieferketten für die Ausgangsmaterialien aufgesetzt und die technische Ausrüstung für die neuen Produkte vorbereitet“, so Möhle.

Die aktuelle Nachricht aus dem Tinsdaler Weg passt in die Reihe von Positiv-Meldungen seit Mitte 2013 und untermauern den Eindruck einer Trendwende. Insbesondere in 2012 hat das steuerkrisengeschüttelte Wedel die Entwicklungen bei seinem Top-Steuerzahler mit großer Sorge verfolgt: Seinerzeit hatte AstraZeneca 400 von 1025 Stellen deutschlandweit gestrichen. Der Bereich Verpackung und Logistik blieb indes von den massiven Kürzungen verschont.

Die AstraZeneca GmbH in Wedel/Schleswig-Holstein ist die deutsche Tochtergesellschaft des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens AstraZeneca PLC, London. AstraZeneca gehört mit einem Konzernumsatz von rund 26 Milliarden US-Dollar (2013) laut Eigenauskunft weltweit zu den führenden Unternehmen der forschenden Arzneimittelindustrie. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt innovative Arzneimittel zur Behandlung von Krankheiten im Bereich Herz-Kreislauf und Diabetes, der Onkologie, der gastrointestinalen- und Atemwegserkrankungen sowie für die Behandlung von Schmerz- und Infektionskrankheiten.
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