Kraft und Zauber der Musik

Zwei SHMF-Konzerte in Wedel / Auswahl an Karten

shz.de von
23. Mai 2018, 16:00 Uhr

Das Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) setzt in diesem Jahr in Wedel wieder ganz auf die ureigene Kraft und den Zauber der Musik. Standen in den vergangenen Jahren bei Künstlern wie Axel Prahl, Maren Kroymann und Musikkabarettist Bodo Wartke Text und Ton als zwei sich befruchtende Kunstformen gleichberechtigt nebeneinander, hat es sich der Violinvirtuose Roby Lakatos in diesem Jahr zur Aufgabe gemacht, das reine Feuer ungarischer Musik in den kalten Norden zu tragen. Für Donnerstag, 5. Juli, lädt er zusammen mit seinem Ensemble zur „Gipsy Night“ in den Schuppen 1 ein. Beginn ist um 20 Uhr.

Der Schuppen 1 hat sich als unprätentiöser Konzertraum mit starkem maritimem Charakter bewährt. Dort hinein passt aber auch prima ein Csárdás, so die Künstler, die die ungarische Volksmusik mit Verve und Virtuosität in der Holzhalle aufleben lassen wollen. Aber auch Salon- und Filmmusik, Swing der 1930er Jahre, Musik des Balkans, Manouche-Jazz und die Teufelsgeigerstücke des klassischen Repertoires stehen auf dem Programm.

Er gehöre zur siebten Generation direkter Nachfahren des legendären ungarischen „Zigeunergeigers“ János Bihari, den Beethoven bewunderte und dessen Klänge Liszt mit fließenden Tränen verglich, berichtet Lakatos. „Von János Bihari hat Brahms die Themen seiner berühmten ›Ungarischen Tänze‹ entlehnt. Jeder Zigeuner kennt und spielt sie. Ich hab sie selbst seit meiner frühesten Kindheit im Ohr gehabt“, sagt der Violinvirtuose.

Lakatos wurde 1965 in Budapest in zwei musikalische Welten hineingeboren wie sie unterschiedlicher nicht sein konnten. Bereits mit neun Jahren trat der junge Geiger, ganz in der Tradition der Familie, mit einem Zigeunerorchester öffentlich auf. Auf der anderen Seite absolvierte er auch eine klassische Musikausbildung am Béla-Bartok-Konservatorium, wo er 1984 für sein Violinspiel mit einem ersten Preis in der Instrumentenkategorie ausgezeichnet wurde. Seitdem bereist Lakatos die Konzerthäuser der Welt und spielt mit den Koryphäen seines Fachs zusammen. In Wedel unterstützen László Bóni (Geige), Kálmán Csékijr (Piano), Jónás Géza(Zymbal), Vilmos Csikos (Kontrabass) und László Balogh (Gitarre) den Weltstar.

Kinder sollen in diesem Sommer zum zweiten Mal ein extra SHMF-Konzert in Wedel bekommen. Vergangenes Jahr weihten Daniel Hope und Sebastian Knauer mit ihren musikalischen Geschichten über die Frage, wann im Konzert geklatscht werden darf, nicht nur das Genre, sondern auch das Rist-Forum als neue Spielstätte ein. Und das mit sehr großem Erfolg.


Gesucht: Der Ort, an dem jeder glücklich ist

Dieses Mal sorgen vier Musiker, die sich „Die Schurken“ nennen, für große Lust an der Musik. Stefan Dünser an der Trompete, Martin Schelling an der Klarinette, Martin Deuring am Kontrabass und Goran Kovacevic am Akkordeon haben so viel Spaß am Musizieren, dass die Ansteckungsgefahr für die jungen Zuschauer extrem groß ist. Musikvermittlung auf höchstem Niveau, versprechen die Veranstalter.

Szenisch eingebettet ist das musikalische Feuerwerk in die Geschichte um vier Clochards, die auf der Suche nach dem Ort sind, an dem angeblich jeder glücklich ist. „Unterwegs nach Umbidu“ erzählt mit Musik von Bach, Purcell und Ligeti sowie mit ausgeflippten Improvisationen, zarten Geräuschen, wilden Klängen und einer faszinierenden Fantasie-Sprache wie abenteuerlich und erlebnisreich so eine Reise von vier Eigenbrötlern sein kann. Das Konzert für Kinder ab sechs Jahren beginnt am Dienstag, 7. August, um 16 Uhr.

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