Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport : Krach um Wedels Sportentwicklung

2011 lag der Wedeler Politik bereits schon einmal ein Exposé des externen Gutachters Professor Robin Kähler zur Sportentwicklung vor.
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2011 lag der Wedeler Politik bereits schon einmal ein Exposé des externen Gutachters Professor Robin Kähler zur Sportentwicklung vor.

Bevor langfristig für den Sport geplant wird, soll noch in diesem Sommer eine Bestandsaufnahme und Analyse angestoßen werden.

shz.de von
09. März 2018, 13:00 Uhr

Wedel | Eigentlich wollten alle Fraktionen dasselbe: eine Entwicklungsplanung für den Sport in Wedel auf den Weg bringen. Dass es am Mittwochabend im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport dann doch eine lange und hitzige Diskussion wurde, ist der Kommunalwahl am 6. Mai geschuldet.

Petra Kärgel von den Grünen hatte das Thema mit einer mehrteiligen Anfrage zur Sportentwicklung auf die Tagesordnung gesetzt. Die CDU hatte einen konkreten Antrag vorbereitet. „Wir wollen Zuschüsse fair verteilen“, begründete Kärgel ihre Fragen nach Zahlen für eine Analyse der Situation in Wedel und nach vergleichbaren Sportentwicklungsplänen in anderen Kommunen. Investitionen für Sanierungen der Sporthallen stünden an. Der Bedarf an Hallenplätzen sei wesentlich höher als das bestehende Angebot. Ein zukunftsorientiertes, nachhaltiges und abgestimmtes Sportentwicklungskonzept sei nötig. Dafür seien die Zahlen ein Wegweiser, so die Grüne. „Vereine werden bei uns an der ganz kurzen Leine geführt. Wir haben die Zuschüsse zweimal hintereinander gekürzt“, erinnerte Kärgel.

2011 lag der Wedeler Politik bereits schon einmal ein Exposé des externen Gutachters Professor Robin Kähler zur Sportentwicklung vor. Dann brachen die Gewerbeeinnahmen weg und Wedels Haushaltsloch forderte harte Einschnitte, denen die Planung zum Opfer fiel. Mit der Mehrheit von CDU und WSI wurden die Kürzungen damals beschlossen. 

Transparente Darstellung

Dafür, dass sich jetzt die Christdemokraten mit einem Antrag im Ausschuss an die Spitze der Entwicklungen setzen wollten, schlug deren bildungspolitischer Sprecherin Heidi Garling viel Kritik entgegen. In der Gesellschaft verändere sich das Freizeitverhalten, begründete sie den Vorstoß. Die CDU habe im Sport einen neuen Schwerpunkt gesetzt. „Dann kam Kärgels Frage, so kamen wir auf die Idee, konkret zu werden.“ Und direkt an Kärgel gerichtet sagte Garling: „Ich hatte schon, als ich ihre Fragen las, gedacht: Gibt es Gedankenübertragung?“

Die Angesprochene schäumte. „Ich wollte, dass wir alle gemeinsam einen Antrag stellen. Jetzt prescht die CDU im Wahlkampf vor. Sie haben den Vereinen den Saft abgedreht“, schimpfte Kärgel. „Das ist hanebüchen.“ Auch Detlef Murphy von den Linken konstatierte, dass der Wahlkampf in den Ausschuss eingezogen sei. „Ich werde zustimmen, weil ich die Planungen gut finde“, bekannte er. „Aber ich warne davor, daraus nicht mehr zu machen als einen dem Wahlkampf geschuldeten Vorschlag.“

Neue Sportarten hinzugekommen

FDP-Mitglied Peter Heinze knüpfte an den Antrag zur Sportentwicklung von 2011 an. „Wir müssen den Gedanken wieder aufnehmen.“ Das Nutzungsfeld sei allerdings ein etwas anderes geworden. Neue Sportarten seien hinzugekommen. „Wir benötigen eine transparente Darstellung, was nötig ist und was wir tun können“, forderte er. Vorsitzender Lothar Barop (SPD), der spitz feststellte, dass der Sportentwicklungsplan jetzt auch in den Wahlprogrammen der „Kürzer“ stehe, schlug vor, als erstes den Ist-Zustand zu ermitteln und später einen Auftrag für ein Gutachten loszustoßen. Garling stimmte ihm zu.

Als allerdings Murphy einen Kompromissvorschlag ausformulierte, in den dann auch noch „nach Möglichkeit die Vereine miteinbezogen werden“ sollten, winkte Garling ab: zuviel Kleinklein. Angela Drewes von der WSI unterstützte die CDUlerin: „Wir müssen uns offen der Diskussion stellen.“ Die Vereine würden mitgenommen, aber man dürfe sich nicht nur an ihnen orientieren.

Fachdienstleiter Burkhard Springer fand dann den Vorschlag zur Güte. Für eine Handlungsfähigkeit werde die Verwaltung Mittel in den Haushaltsplan 2019 einstellen. Nach den Sommerferien könne ein externer Referent angehört werden. „Daraus destillieren Sie, was Sie geprüft haben wollen.“ Und darauf könnten sich auch die Vereine einstellen. Einen Beschluss der Politik benötigte Springer dafür nicht.

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