Konzern übernimmt Möller-Mutter

Die Traditionsfirma Möller Wedel im Rosengarten 10 ist Sitz von Haag-Streit Deutschland.
Die Traditionsfirma Möller Wedel im Rosengarten 10 ist Sitz von Haag-Streit Deutschland.

Schweizer Metall Zug Gruppe unterzeichnet Vereinbarung zum Erwerb von 70 Prozent der Haag-Streit Holding AG

shz.de von
13. Januar 2018, 16:00 Uhr

Die Schweizer Industrieunternehmengruppe Metall Zug hat eine Vereinbarung zur Übernahme von 70 Prozent an der Haag-Streit Holding AG unterzeichnet, zu der das Wedeler Traditionsunternehmen Möller gehört. Dies teilt Metall Zug in einer Presseerklärung mit. Die Übernahme soll im ersten Quartal 2018 abgeschlossen werden. Haag-Streit soll neuer Geschäftsbereich der Schweizer Gruppe werden und als eigenständige Marke am Markt bestehen bleiben. Über den Kaufpreis haben die beteiligten Parteien Stillschweigen vereinbart. Metall Zug gibt jedoch an, die Gruppe werde den Kauf „mit verfügbaren flüssigen Mitteln selbst finanzieren“.

Wedels Bürgermeister Niels Schmidt (parteilos) informierte jetzt die Politik über die eingeleitete Transaktion. Er wolle nun in Erfahrung bringen, inwieweit der Verkauf Auswirkungen auf die Grundstücke der Firma hat, sagte der Verwaltungschef im Planungsausschuss. Wedel hatte mehrfach ungenutzte Kapazitäten auf dem Areal im Rosengarten 10 im Visier, zuletzt unter anderem bei der Suche nach Erweiterungsflächen für die benachbarte Gebrüder-Humboldt-Schule. Die Möller-Werke sind Sitz der Haag-Streit Deutschland. Sie ist nach eigenen Angaben Vollausstatter für Ärzte und Kliniken in der Augenheilkunde und bietet unter dem Label Haag-Streit Surgical, ehemals Möller Wedel, zudem OP-Mikroskope für alle Disziplinen an.

Haag-Streit, laut Metall Zug führendes Unternehmen in der Medizintechnik in den Bereichen Diagnostik und Operationsmikroskopie, Pneumologie und Optik , hat 2016 mit 900 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 170 Millionen Euro erzielt. Die nach Abschluss des Kaufs verbleibenden 30 Prozent an Haag-Streit bleiben nach Angaben von Metall Zug weiter bei Familienaktionären.

Die Metall Zug Gruppe sieht in der Übernahme eine „Erweiterung der bisherigen strategischen Ausrichtung“. Der Schweizer Konzern zitiert Walter Inäbnit, Verwaltungsratspräsident und Miteigentümer der Haag-Streit: Er sei „überzeugt, dass wir mit Metall Zug einen langfristigen und starken Partner gefunden haben.“


Erhalt der Marke zugesichert

„Für uns als Familienunternehmen steht die nachhaltige Weiterentwicklung des Unternehmens im Vordergrund, und Metall Zug hat uns zugesichert, dass nebst dem Erhalt der Marke Haag-Streit und dem Standort Köniz, die Entwicklung des Unternehmens auch über Akquisitionen im Vordergrund stehen wird“, sagte Inäbnit. Haag-Streit werde ein neues Standbein und wichtiger Wachstumsmotor für Metall Zug sein. Umgekehrt werde die Gruppe der Haag-Streit ein ideales Umfeld bieten, um weiteres Wachstum zu erzielen und ihre führenden Marktpositionen zu sichern. „Mit dem neuen und langfristig ausgerichteten Hauptaktionär kann die nachhaltige Entwicklung von Haag-Streit gesichert werden“, so Inäbnit.
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