Konflikte im Fokus der Kunst

Eröffneten die Ausstellung: Jörgen Habedank (links) von Kunst im Mittelpunkt und die Kunsthof-Holm Galeristen Maren Haartje und ihr Mann Günther Baechler.
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Eröffneten die Ausstellung: Jörgen Habedank (links) von Kunst im Mittelpunkt und die Kunsthof-Holm Galeristen Maren Haartje und ihr Mann Günther Baechler.

Elf Künstler stellen bis Sonntag, 17. März, in den Räumen des Kunsthofs Holm aus / Morgen Themenabend ab 19 Uhr

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12. März 2019, 16:00 Uhr

Nirgendwo in der Region ist das Thema „Konflikte“ so gut aufgehoben wie auf dem Kunsthof Holm, denn hier befassen sich gleich zwei engagierte und kompetente Menschen mit dem Frieden und der Auseinandersetzung sowie möglichen Lösungen bei Konflikten. Um diese Auseinandersetzung mit dem Thema auch bildlich darstellen zu können, haben Maren Haartje und ihr Mann Günther Baechler ihren Wohnsitz mal wieder aus der Schweiz auf den reetgedeckten großen Hof, der seit Generationen auf den Namen Haartje hört, verlegt und gleich elf Künstlern der Gruppierung „Kunst im Mittelpunkt“ (KIM) die Frage gestellt, wie sie Konflikte sehen und was sie dazu gestalterisch sagen können.

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte, wenn elf sich streiten, freuen sich alle anderen. Nein, die Elf streiten sich nicht, sehen das Thema „Konflikte“ aber aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln.

Da sind gleich am Eingang der Galerie mit den lichten Räumen die schnellen Aquarellskizzen von Kampfhähnen. Die Haseldorfer Malerin Christiana von Knobelsdorf, die zwei Jahrzehnte lang in ihrer Heimatgemeinde eine Galerie betrieb, hat sie auf das Papier geworfen. Fast schemenhaft, doch voller Dynamik, der Betrachter hört sie förmlich kreischen und flattern.

Um die Ecke die Bilder des Uetersener Fotografens Carsten Koch, der mit der Kamera malt, hier beeindruckende Szenen von Graffiti aus dem Hamburger Lessing-Tunnel. Real sind sie längst verschwunden, Kochs magisches Auge hat sie festgehalten. Wie das Kind mit dem Stars-and-Stripes-Rock, das auf die kleine Freiheitsstatue starrt, die zu seinen Füßen liegt. Dann die nachdenkliche und ganz individuell arbeitende Elke Werner aus Tornesch, die unter anderem mit ihrem Objekt „Eskalation“ schon bei der Vernissage Aufsehen erregte. Ein Objekt aus dem Blut, Kampf, Todesahnung aber auch ein bisschen Hoffnung tropft.

Ganz anders sind die Arbeiten der Wedelerin Kathrin Rosenberger, die gleichmäßig bunt ausgefüllte Formen wie ein Patchwork nebeneinander setzt, und plötzlich aus diesem System herausbricht und einen visuellen Konflikt herauf beschwört. Nur ein paar Beispiele für das künstlerische Schaffen innerhalb der Gruppe KIM, entstanden in nur zwei Monaten.

Der Glasgestalter und Maler Jörgen Habedank aus Tornesch brachte auf der Vernissage all die Gedanken, die den Künstlern bei ihren Arbeiten durch den Kopf gingen, auf den Punkt. Er sprach von den unterschiedlichen Konflikten, den aktuellen politischen und gesellschaftlichen, den zwischenmenschlichen und den Konflikten zwischen Mensch und Natur, von denen, die man mit gutem Willen und Anstrengungen lösen kann und denen, die uns unlösbar erscheinen.
Ansätze dazu wollen Künstler und Interessiert morgen auf einem Themenabend auf dem Kunsthof Holm diskutieren und austauschen.

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