Betreuungsloch für Berufstätige : Kommt die morgendliche Betreuung in der Moorwegschule?

In der ersten und zweiten Klasse der Moorwegschule beginnt der Unterricht an der Grundschule erst um 8.35 Uhr.

In der ersten und zweiten Klasse der Moorwegschule beginnt der Unterricht an der Grundschule erst um 8.35 Uhr.

Wedeler Verwaltung soll Bedarf nach einem Frühdienst ermitteln. Beginn ist für die ersten beiden Klassen bisher erst um 8.35 Uhr.

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16. März 2018, 12:45 Uhr

Wedel | Es ist ein bekanntes Problem für die Eltern der Moorwegschüler. In der ersten und zweiten Klasse beginnt der Unterricht an der Grundschule erst um 8.35 Uhr. Berufstätige können dadurch in ein Betreuungsloch fallen, befürchten Wedels SPD und Grüne, wenn ihre Kinder aus den Kitas, die teilweise bereits um 7 Uhr öffnen, auf die Moorwegschule wechseln. Beide Fraktionen brachten das Thema nun wieder mit einem gemeinsamen Antrag im jüngsten Bildungsausschuss auf die Tagesordnung. Die Verwaltung werde gebeten, den Bedarf zu prüfen und bei entsprechend positivem Befund in die Planungen für einen Frühdienst in der Schulkindbetreuung einzusteigen, so das Papier.

Heidi Garling, bildungspolitische Sprecherin der CDU, war überrascht, dass der Unterricht in der Moorwegschule nicht für alle einheitlich um 8 Uhr startet. „Gibt es eine überzeugende Begründung für 8.35 Uhr? Wie haben die Eltern das Problem bisher gelöst?“, fragte sie, nachdem Claudia Wittburg (SPD) den gemeinsamen Antrag für SPD und Grüne vorgestellt hatte. In einem Gespräch mit Politik, Schulleitung und Verwaltung habe Sabine Foßhag die unterschiedlichen Anfangszeiten – 8.35 Uhr für die ersten und zweiten Klassen sowie 7.45 Uhr für die dritten und vierten – mit mehreren Punkten begründet, erläuterte Wittburg. Die Verkehrssituation sei entzerrt, der Blockunterricht besser einzurichten und dem Biorhythmus der Jüngsten werde Rechnung getragen. Zudem löse sie mit dem späteren Beginn ein personelles Problem, so Foßhag laut Wittburg: Einzelne Lehrerinnen, die teilweise von außerhalb kommen, könnten erst einmal ihre eigenen Kinder zur Schule bringen.

Entscheidungshoheit hat die Schulkonferenz

Fast eine zynische Begründung, merkte Ausschuss-Chef Lothar Barop (SPD) zum letzten Punkt an, denke man an die vielen anderen Eltern, die deswegen zurückstecken müssten. Gleichzeitig aber betonte er, dass ihm ein Urteil eigentlich gar nicht zustehe. Den Schulbeginn zu staffeln sei keine politische Entscheidung, sondern eine der Schulkonferenz der Moorwegschule, stellte nicht nur er klar, das betonten auch die übrigen Ausschussmitglieder während der Diskussion immer wieder. Dennoch stand die Frage im Raum, wie man die Schule möglicherweise überzeugen könne.

„Wir müssen die Kosten für die Eltern so gering wie möglich halten“, sagte Detlef Murphy von der Linken. Das Angebot aus der Schule sei kostenfrei, für die Schulkindbetreuung bezahlten auch die Eltern, gab er zu Bedenken. Auch die Grüne Petra Kärgel fragte: „Warum sollen die Eltern und die Stadt die Kosten tragen?“ Angela Drewes von der WSI regte an, dass die Eltern selbst aktiv werden und in das Entscheidungsgremium Schulkonferenz einen Antrag einbringen sollten.

„Wir erkennen den Bedarf nicht“, sagte Fachdienstleiter Burkhard Springer für die Verwaltung. Seine persönliche Hypothese sei es, dass keine große Nachfrage nach Frühbetreuung bestehe. Das zeige ihm die Erfahrung aus den letzten Jahren. Dennoch: „Die Verwaltung ist offen“, betonte er. Der Fachdienst sei auch bereits aktiv geworden und hätte über die Elternvertreter eine Bedarfsbefragung in die Wege geleitet. Nicht nur für die Moorwegschule, so Springer. „Auch alle anderen Grundschulen werden Frühdienstbedarf anmelden“, machte er klar. Als „Größenordnung“, mit der der Ausschuss finanziell für alle drei Schulen rechnen müsse, stellte er die Zahl 40.000 Euro in den Raum.

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